Stonehenge · Amesbury · Unabhängiger Guide
Stonehenge-Audioguide,
fünf Stationen, kostenlos.
Ein Erdwallring von rund 100 Metern Durchmesser, um 3000 v. Chr. ausgehoben, und darin um 2500 v. Chr. aufgerichtete Sarsensteine: Fünf Stationen laufen gleich hier, und den Rest der Salisbury Plain erklärt dir Chiaro anhand eines Fotos.
Erstellt von Chiaro. Keine Verbindung zur Verwaltung von Stonehenge.
Das Vordach des Besucherzentrums, vor dem Ticketschalter
Stonehenge, Amesbury
Das war der kostenlose Teil
Ein Foto genügt, und Chiaro erzählt dir von jedem Detail von Stonehenge.
Die fünf Stationen · 12 Minuten Audio
Fünf Orte, ein Rundgang,
in der Reihenfolge, in der du gehst.
Der kostenlose Audioguide für Stonehenge zum Selbsterkunden beginnt unter dem Vordach des Besucherzentrums, vor dem Ticketschalter und zwei Kilometer westlich der Steine, die erste Station läuft also, bevor du überhaupt ein Ticket vorgezeigt hast. Nimm den Shuttlebus oder geh zu Fuß über die Wiesen des National Trust; die anderen vier folgen dem Besucherweg um den Steinkreis, in der Reihenfolge der nummerierten Tafeln vor Ort: Heel Stone und Avenue auf der Nordostseite, der äußere Ring aus Tragsteinen und Decksteinen im Norden und Osten, die Rückseite des Kreises und der Große Trilith im Südwesten und Westen, schließlich die Betonreparaturen und die Markierungen der Aubrey-Löcher im Nordwesten, wo der Weg zum Bus zurückbiegt. Zusammen dauern die fünf rund zehn Minuten. Die Busfahrt dauert fünf bis zehn Minuten, der Fußweg fünfundzwanzig bis vierzig; danach bleibt nur noch eine Runde auf dem Weg.
Daten, Maße und Namen auf dieser Seite stammen von den Geschichtsseiten von English Heritage und aus den Texten seiner Audiotouren, vor der Veröffentlichung am 27. September 2026 mit Wikipedia gegengelesen; zu jeder Angabe ist der Satz notiert, auf dem sie beruht. Öffnungszeiten und Preise wechseln mit der Saison und sogar mit der Tageszeit, und auf english-heritage.org.uk stehen die Zahlen für deinen Tag. Sagt dir jemand vom Aufsichtspersonal am Weg etwas anderes, glaub dem Personal und gib uns Bescheid: Einen Fehler korrigieren wir lieber, als ihn stehen zu lassen.
Rachelle Haun, CC BY 2.0, über Wikimedia Commons, zugeschnitten. Foto: Rachelle Haun
Station 1 von 5 · Besucherzentrum, der überdachte Orientierungsbereich im Freien in der Mitte der Anlage, wo Ticketschalter, Café, Shop und die Türen zur Ausstellung liegen
Das Vordach des Besucherzentrums, vor dem Ticketschalter
Das Architekturbüro Denton Corker Marshall, im Auftrag von English Heritage · Eröffnet im Dezember 2013; die A344 neben den Steinen im Juni 2013 geschlossen · Stahlvordach auf schlanken, schräg gestellten Stützen über holzverkleideten und verglasten Gebäuden, 2 km westlich der Steine
Achte auf
- Das Dach über dir: eine dünne Stahlfläche auf schlanken, schräg gestellten Stützen, durchbrochen von kleinen quadratischen Öffnungen. Von den Steinen ist hier nichts zu sehen, und genau deshalb steht das Gebäude zwei Kilometer entfernt.
- Der Ticketschalter in der Mitte des überdachten Bereichs. Alles diesseits davon, auch diese erste Station, braucht kein Ticket.
- Der Durchgang zur Rückseite des Gebäudes, vor dem Shop, wo die Shuttlebusse zu den Steinen abfahren.
Transkript (2:08)
Schau nach oben, bevor du die Steine suchst. Das Dach über deinem Kopf ist ein dünnes Stahlblech mit kleinen quadratischen Löchern, getragen von einem Dickicht schlanker grauer Stützen, die schräg stehen, und von hier aus ist das Monument nirgends zu sehen. Das ist Absicht, und es ist neu. Bis 2013 lagen Parkplatz und Kasse direkt neben dem Kreis, und eine Hauptstraße, die A344, führte bis auf drei Meter am Heel Stone vorbei. 1993 nannte ein Ausschuss des britischen Unterhauses die Art, wie Stonehenge der Öffentlichkeit präsentiert wurde, eine nationale Schande. Die Abhilfe dauerte zwanzig Jahre. Die Straße neben den Steinen wurde im Juni 2013 gesperrt, aufgerissen und mit Gras bedeckt, und dieses Gebäude des Architekturbüros Denton Corker Marshall eröffnete im Dezember desselben Jahres, zwei Kilometer weiter westlich.
Der alte Parkplatz hatte da schon etwas preisgegeben, das älter ist als Stonehenge selbst. Als er in den 1960er-Jahren angelegt wurde, fanden Archäologen vier oder fünf riesige Pfostenlöcher, in denen einst Kiefernpfosten von etwa einem dreiviertel Meter Dicke gestanden hatten. English Heritage datiert sie auf die Zeit zwischen 8500 und 7000 v. Chr. Jäger und Sammler markierten diese Stelle Jahrtausende, bevor irgendjemand den ersten Graben aushob.
Auch der Boden zwischen hier und den Steinen hat eine Geschichte, und fast niemand im Bus kennt sie. Du fährst über das Gelände eines Flugplatzes aus dem Ersten Weltkrieg. Der Flugplatz Stonehenge wurde im November 1917 eröffnet, um Bomberpiloten und Beobachtern ihre letzte Ausbildung vor der Westfront zu geben. Sein Nachtlager mit Hangars für Handley-Page-Bomber stand nahe der heutigen Haltestelle Fargo Plantation, und sein Hauptlager lag nur etwa 300 Meter westlich des Kreises. Vielleicht erzählt man dir, die Royal Air Force habe verlangt, die Steine als Gefahr für den Tiefflug abzureißen. Diese Geschichte tauchte 1956 zum ersten Mal gedruckt auf, und als Martyn Barber von Historic England die Akten durchging, fand er nichts, was sie stützt.
Was den Flugplatz verschwinden ließ, war ein öffentlicher Spendenaufruf. 1927 kaufte ein Fonds, mit König Georg dem Fünften an der Spitze der Spender, den Flugplatz und das Ackerland ringsum, das Land ging an den National Trust, und Anfang der 1930er-Jahre war jedes Gebäude abgerissen. Die offene Wiese, die du gleich siehst, haben Menschen bezahlt, die wollten, dass die Steine allein stehen.
Andy Li, CC0, über Wikimedia Commons. Foto: Andy Li
Station 2 von 5 · Wiese des Steinkreises, Nordostseite, neben dem Besucherweg, an der Tourtafel 3 der Anlage, „The Heel Stone and the Avenue“
Der Heel Stone und das Ende der Avenue
Spätneolithische Erbauer; die Avenue kam in der frühen Bronzezeit hinzu · Heel Stone in Bauphase 3 von Stonehenge aufgestellt, nicht genau datiert; die Avenue um 2300 v. Chr. · Unbearbeiteter Sarsenstein, etwa 4,7 Meter hoch, weitere 1,2 Meter im Boden, 77,4 Meter vom Mittelpunkt des Kreises entfernt; die Avenue ist ein etwa 20 Meter breiter Korridor
Achte auf
- Die Neigung. Der Heel Stone kippt zum Kreis hin, fast siebenundzwanzig Grad aus der Senkrechten, und anders als jeder Stein im Ring wurde er nie behauen.
- Zwei niedrige parallele Wälle links und rechts davon, etwa zwanzig Meter auseinander, wenn das Gras gemäht ist: das letzte Stück der Avenue, das zum Fluss Avon hinabführt.
- Der bronzene Pfeil im Boden, der die Linie des Sonnenaufgangs zur Sommersonnenwende und des Sonnenuntergangs zur Wintersonnenwende markiert.
- Der Slaughter Stone, der zum Kreis hin flach im Gras liegt. Nach Regen kann das Wasser in seinen Mulden durch das Eisen im Stein rot aussehen.
Transkript (2:12)
Der große Stein, der allein und schräg neben dem Weg steht, ist der Heel Stone, auf Deutsch oft Fersenstein genannt, und er ist der einzige Stein hier, den niemand bearbeitet hat. Jeder Sarsenstein im Kreis wurde mit Schlagsteinen glatt behauen. Dieser hier ist ein Findling in seinem natürlichen Zustand, und vielleicht lag er schon genau an dieser Stelle, bevor Menschen ihn aufrichteten. Er ragt etwa vier Komma sieben Meter bis zu seiner Spitze auf, weitere eins Komma zwei Meter stecken im Boden, und er neigt sich zum Kreis hin, fast siebenundzwanzig Grad aus der Senkrechten. English Heritage schätzt ihn auf etwa 30 Tonnen.
Jetzt sieh dir das Gras zu beiden Seiten an. Ist es gemäht, erkennst du zwei niedrige parallele Wälle, etwa zwanzig Meter auseinander, die den Hang hinab von den Steinen wegführen. Das ist das letzte Stück der Avenue, eines fast drei Kilometer langen Erdwerks, das Stonehenge mit dem Fluss Avon verbindet, angelegt um 2300 v. Chr. Sie folgt der Sonnwendlinie. Vom Inneren des Kreises aus geht die Sonne am Tag der Sommersonnenwende über diesem Stein auf, und zur Wintersonnenwende geht sie in der Gegenrichtung unter, dort, wo sie einst von den beiden Tragsteinen des höchsten Trilithen auf der anderen Seite eingerahmt gewesen wäre. Ein bronzener Pfeil im Boden markiert diese Achse, schau also nach unten.
Ganz von Menschen gezogen ist diese Linie vielleicht nicht. Unter der Avenue verlaufen natürliche Rippen und Rinnen aus der letzten Eiszeit, und sie zeigen zufällig in dieselbe Richtung. Der Archäologe Mike Parker Pearson glaubt, dass die Erbauer sie bemerkt haben und dass das Monument überhaupt deshalb hier steht. Bis 2013 führte eine Straße über diese Stelle, bis auf drei Meter am Heel Stone vorbei. Als 2013 der Asphalt entfernt wurde, fand man darunter die Gräben der Avenue erhalten, und sie reichten bis zum Kreis durch.
Zwischen dir und den Steinen liegt eine lange, flache Platte im Gras: der Slaughter Stone, der Schlachtstein. Früher stand er aufrecht am Eingang. Besucher im neunzehnten Jahrhundert gaben ihm den Namen, weil sie ihn für einen Opferaltar hielten, vielleicht weil sich Regenwasser in seinen Mulden durch das Eisen im Stein rot färbt. Für Opfer gibt es hier keinerlei Beleg, und die Druiden, an die diese Besucher dachten, lebten mehr als zweitausend Jahre nach dem Bau des Monuments. Eine Gabe hat der Stein trotzdem versteckt. Als William Hawley 1920 neben ihm grub, fand er in seiner Standgrube eine Flasche Portwein, hinterlassen von William Cunnington, der dasselbe Loch mehr als ein Jahrhundert zuvor ausgegraben hatte.
Andy Li, CC0, über Wikimedia Commons. Foto: Andy Li
Station 3 von 5 · Steinkreis, der Besucherweg auf der Nord- und Ostseite, an der Tourtafel 4 der Anlage, „The Stones“
Der äußere Sarsenkreis und seine Decksteine
Spätneolithische Erbauer, mit Schlagsteinen und Geweihhacken, bevor Metall Britannien erreichte · Um 2500 v. Chr. errichtet · Tragsteine und Decksteine aus Sarsen in einem Ring von etwa 30 Metern Durchmesser, die Oberkanten der Decksteine 4,9 Meter über dem Boden; die Sarsensteine wiegen im Schnitt 25 Tonnen
Achte auf
- Die Reihe von Decksteinen, die noch auf ihren Tragsteinen liegen. Stonehenge ist der einzige Steinkreis der Welt, der welche hat.
- Ein Tragstein, der seinen Deckstein verloren hat: Der Buckel oben ist ein Zapfen, der einst in eine Vertiefung an der Unterseite des Decksteins passte.
- Der Unterschied in der Bearbeitung. Diese Nordostseite, zur Avenue hin, wurde feiner behauen als die Seite, die du an der nächsten Station siehst.
Transkript (2:30)
Von dieser Seite des Wegs blickst du auf den besterhaltenen Abschnitt des äußeren Rings, und als Erstes fällt das auf, was kein anderer Steinkreis hat. Decksteine. Waagerechte Steine, quer über die Köpfe der Tragsteine gelegt und noch immer dort, wo man sie um 2500 v. Chr. hingelegt hat. Stonehenge ist der einzige Steinkreis der Welt, der sie besitzt.
Die Erbauer behandelten Sarsen, als wäre es Holz. Jeder Tragstein bekam oben einen Knauf, einen Zapfen, und jeder Deckstein an seiner Unterseite Vertiefungen, Zapfenlöcher, die über die Zapfen gesetzt wurden. Dann wurden die Decksteine Ende an Ende mit Nut und Feder miteinander verriegelt. Das sind Zimmermannsverbindungen, in Stein gearbeitet, bevor es in Britannien überhaupt Metall gab. Geformt wurde, indem man die Oberfläche mit Schlagsteinen bearbeitete, Brocken aus Sarsen, und die Abschläge und zerbrochenen Schlagsteine finden sich in Mengen auf dem Feld im Norden, wo die Steine behauen wurden. Such dir einen Tragstein, der seinen Deckstein verloren hat, dann siehst du seinen Zapfen, einen Buckel obendrauf.
Jetzt achte auf die Formen. Der Ring misst etwa dreißig Meter im Durchmesser, und die Oberkanten der Decksteine liegen vier Komma neun Meter über dem Boden. Die Tragsteine werden nach oben hin leicht breiter, damit sie beim Hinaufschauen nicht schmaler zu werden scheinen, und die Decksteine sind ganz leicht gebogen, der Rundung des Kreises folgend. Die nach innen gewandten Flächen sind glatter als die nach außen gewandten. Ein Laserscan hat ergeben, dass diese Nordostseite, die Seite zur Avenue und zu dem Weg, auf dem die Menschen ankamen, am feinsten von allen bearbeitet war. Wer das plante, wusste, wo das Publikum stehen würde.
Lange galten einfach die Marlborough Downs als Herkunft der Sarsensteine. 2020 ordnete ein Team unter David Nash von der Universität Brighton fünfzig der zweiundfünfzig erhaltenen Sarsensteine einem einzigen Gebiet zu, West Woods bei Marlborough, etwa fünfundzwanzig Kilometer nördlich. Der Schlüssel war ein Bohrkern, der 1958 bei Reparaturen aus einem dieser Steine gebohrt und erst kurz zuvor zurückgegeben worden war.
Im Schnitt wiegt ein Sarsenstein hier fünfundzwanzig Tonnen. Um einen aufzurichten, hob man eine Grube mit einer schrägen Seite aus, verkleidete die Rückwand mit Holzpfählen, schob den Stein an die Kante und zog ihn mit Seilen aus Pflanzenfasern hoch, wahrscheinlich über ein hölzernes A-Gestell. Die Decksteine wurden vermutlich auf Holzplattformen hochgehoben, und die Zapfen zuletzt passend zugeschnitten. English Heritage schätzt, dass Hunderte Menschen an den Steinen arbeiteten und noch mehr im Hintergrund Nahrung anbauten, Kinder hüteten, Seile drehten und Holz schlugen.
Der Ring hat Lücken, und nicht alle sind alt. Bei einem Sturm am letzten Tag des Jahres 1900 stürzte einer der äußeren Tragsteine mitsamt seinem Deckstein um. Dieser Einsturz beunruhigte den Eigentümer so sehr, dass er handelte, und damit begann ein Jahrhundert des Abstützens, Geraderichtens und Betonierens, das du am Ende dieses Rundgangs selbst sehen wirst.
Andy Li, CC0, über Wikimedia Commons. Foto: Andy Li
Station 4 von 5 · Steinkreis, der Besucherweg auf der Südwest- und Westseite, an der Tourtafel 6 der Anlage, „The Back View“
Die Rückseite des Kreises und der Große Trilith
Spätneolithische Erbauer; die Blausteine in der frühen Bronzezeit neu angeordnet · Trilithen um 2500 v. Chr. errichtet; Blausteine um 2300 bis 2200 v. Chr. neu angeordnet · Hufeisen aus fünf Sarsen-Trilithen, 13,7 Meter breit; der höchste erhaltene Tragstein über sieben Meter hoch, weitere zweieinhalb Meter im Boden; Blausteine von 2 bis 5 Tonnen
Achte auf
- Der höchste Stein, mit einem Zapfen obendrauf: der einzige noch stehende Tragstein des Großen Trilithen, mehr als sieben Meter über dem Gras.
- Die Lücken und die raueren, weniger rechtwinklig behauenen Flächen der Steine auf dieser Seite, verglichen mit der Seite zur Avenue.
- Die kleineren Blausteine zwischen dem äußeren Ring und dem Hufeisen, aus dem Südwesten von Wales hergebracht.
- Die Grashügel am Horizont hinter dir: bronzezeitliche Rundhügel, in Sichtweite der Steine aufgeschüttet.
Transkript (2:21)
Du bist bei dem angekommen, was English Heritage die Rückseite des Kreises nennt. Hier gibt es mehr Lücken, und die verbliebenen Steine sind rauer und weniger sorgfältig rechtwinklig behauen. Einer ist viel kürzer und schmaler, als er hätte sein müssen, um einen Deckstein zu tragen. Die Archäologin Susan Greaney von English Heritage deutet das so: Das Monument wurde gebaut, um von der Avenue aus gesehen zu werden. Von dieser Seite näherte sich niemand, also bekam sie die zweitbesten Steine. Manche Archäologen fragen sich, ob der Ring je vollendet wurde. Doch im trockenen Sommer 2013 zeigten ausgedörrte Stellen im Gras, wo fehlende Sarsensteine einst gestanden haben könnten, und die Steine auf dieser Seite fielen als Erste um; einige wurden zu Straßenschotter zerschlagen.
Die Lücken sind der Grund, hier stehen zu bleiben, denn sie öffnen den Blick in die Mitte. Innerhalb des äußeren Rings stand ein Hufeisen aus fünf Trilithen, Paaren von Tragsteinen mit je einem eigenen Deckstein, dreizehn Komma sieben Meter breit, mit Steinen von bis zu fünfzig Tonnen. Der größte Trilith stand an diesem südwestlichen Ende. Nur einer seiner Tragsteine steht noch, und du kannst ihn ausmachen: der höchste Stein des Monuments, mehr als sieben Meter hoch, weitere zweieinhalb Meter im Boden, mit einem Zapfen oben, wo der Deckstein saß. Zur Wintersonnenwende wäre die untergehende Sonne zwischen diesem Stein und seinem Gegenstück eingerahmt gewesen. 1901 neigte er sich gefährlich, und William Gowland richtete ihn auf und setzte ihn in Beton, wobei er ihn etwa einen halben Meter von der Stelle versetzte, an die ihn die Erbauer gestellt hatten.
Schau an ihm vorbei zur Mitte, dann erkennst du vielleicht eine lange, flache Platte, über der quer ein umgestürzter Sarsenstein liegt. Das ist der Altarstein, vier Komma neun Meter purpurgrüner Sandstein. Lange hielt man ihn für walisisch; 2024 ordneten Forscher ihn dem Orcadian Basin im Nordosten Schottlands zu, rund sechshundertneunzig Kilometer entfernt.
Zwischen den Ringen stehen die kleineren Blausteine, je zwei bis fünf Tonnen schwer, aus den Preseli Hills im Südwesten von Wales, mehr als zweihundertvierzig Kilometer entfernt.
Jetzt dreh den Steinen den Rücken zu. Die Grashügel am Horizont, fast in jeder Richtung, sind Rundhügel, Grabhügel, die ab etwa 2200 v. Chr. aufgeschüttet wurden, mehr als dreihundert davon in dieser Landschaft, viele auf den Höhenrücken mit Blick auf das Monument. Such an einem klaren Tag jenseits der Hauptstraße nach einem Hügel, auf dem ein kleiner Busch wächst. Das ist Bush Barrow, wo zwei Altertumsforscher Anfang des neunzehnten Jahrhunderts einen Mann fanden, begraben mit zwei rautenförmigen Goldblechen, einer goldenen Gürtelplatte und einem Bronzedolch, verziert mit goldenen Stiften.
Andy Li, CC0, über Wikimedia Commons. Foto: Andy Li
Station 5 von 5 · Steinkreis, der Besucherweg auf der Nordwestseite, wo er zum Shuttle zurückführt, an den Tourtafeln 7, „Aubrey Holes“, und 8, „Conservation and Restoration“, der Anlage
Die Betonreparaturen und die Markierungen der Aubrey-Löcher
Neolithische Erbauer für die Aubrey-Löcher; Restauratoren des Office of Works und des Ministry of Works, der staatlichen Bauverwaltung, 1901 bis 1964; Konservatoren von English Heritage, 2021 · Aubrey-Löcher um 3000 v. Chr.; Restaurierungen 1901, 1919–1920, 1958–1959 und 1964; Reparatur mit Kalkmörtel im September 2021 · Ein Ring aus 56 Gruben, je etwa 1 Meter breit, innerhalb von Wall und Graben mit rund 100 Metern Durchmesser; Betonfundamente und Betonfüllungen unter mehreren Sarsensteinen
Achte auf
- Die Markierung im Weg und die zwei im Gras links und rechts davon: Jede zeigt, wo vor etwa fünftausend Jahren eines der sechsundfünfzig Aubrey-Löcher gegraben wurde.
- Ein flacher, dunkler Block, der die Mulde am Fuß eines der großen inneren Steine füllt: Beton aus der Restaurierung von 1958 bis 1959, absichtlich sichtbar gelassen.
- Zapfen oben auf den Tragsteinen und Zapfenlöcher unter den Decksteinen, die Verbindungen, die den Ring zusammenhalten.
- Die Flechten, die die Steine mustern und die die Konservatoren bei der Reparatur der Decksteine 2021 aussparten.
Transkript (2:22)
Schau auf deine Füße, bevor du auf die Steine schaust. Hier im Weg ist eine kleine Markierung eingelassen, und zwei weitere liegen links und rechts davon im Gras. Jede markiert ein Loch, das vor etwa fünftausend Jahren gegraben wurde, Teil eines Rings aus sechsundfünfzig Gruben, der knapp innerhalb des Walls einmal ganz um das Monument läuft, fünfhundert Jahre bevor auch nur einer der großen Steine ankam. Was darin stand, ein Holzpfosten oder ein Stein, ist bis heute umstritten. Was später hineinkam, nicht. In und um diese Löcher und im Graben haben Archäologen etwa vierundsechzig Brandbestattungen gefunden, und English Heritage hält es für möglich, dass hier einst bis zu hundertfünfzig Menschen bestattet wurden. Damit ist dies der größte spätneolithische Friedhof der Britischen Inseln. Benannt sind die Löcher nach John Aubrey, der sie 1666 auf seinem Plan des Monuments verzeichnete.
Die Toten haben seitdem keine Ruhe gefunden. William Hawley grub die Brandbestattungen 1920 aus, hielt sie für unwichtig und bestattete sie 1935 alle zusammen in einem einzigen Loch, dem Aubrey-Loch 7. 2008 wurden sie wieder ausgegraben. Mehr als fünfzigtausend Fragmente gehörten, wie sich zeigte, zu dreiundsechzig Menschen, Männern und Frauen zu fast gleichen Teilen, darunter auch Kinder, und das Strontium in den Knochen deutet darauf hin, dass viele nahe den Blausteinbrüchen in Wales gelebt hatten.
Jetzt sieh dir den Fuß der Steine an, die dir am nächsten sind. An einem der großen inneren Tragsteine füllt ein flacher, dunkler Block die Mulde unten am Stein. Das ist Beton, gegossen bei der Restaurierung von 1958 und 1959, und English Heritage lässt ihn absichtlich offen sichtbar, weil auch die Reparaturen zur Geschichte des Monuments gehören. Weiterer Beton liegt unter dem Gras verborgen. Restauratoren richteten ab 1919 schiefe Steine gerade, stellten den 1797 umgestürzten Trilithen wieder auf, nachdem er 161 Jahre am Boden gelegen hatte, und kamen 1964 zurück, nachdem am Morgen des 10. März 1963 ein äußerer Stein umgeweht worden war. Die jüngsten Arbeiten waren behutsamer. Im September 2021 ersetzten Konservatoren den alten Zement auf den Decksteinen, der Wasser einschließt, durch atmungsaktiven Kalkmörtel und achteten darauf, die Flechten nicht zu beschädigen.
Und das Seil entlang des Wegs? Bis 1978 durften Besucher zwischen den Steinen umhergehen, dann schlossen Vandalismus und Graffiti den Kreis, und 1984 besprühte ihn jemand mit violetter Farbe. Bei rund einer Million Besuchern im Jahr, sagt English Heritage, würde der Boden im Inneren bald zu Schlamm. Fast die Hälfte von Stonehenge ist inzwischen ausgegraben. Die andere Hälfte liegt noch unter der Grasnarbe, ein paar Meter von deinem Standort entfernt.
Unabhängiger Guide · Chiaro
Richte Chiaro auf alles in Stonehenge.
Fünf Stationen rund um ein Monument, das zwischen mehr als dreihundert Grabhügeln, einem Cursus und einer drei Kilometer langen Avenue liegt. Halte dein Handy auf einen Grabhügel am Höhenrücken, einen Stein mit einem Zapfen obendrauf oder das Zapfenloch eines Decksteins, und Chiaro erklärt dir, was du vor dir hast und wer es aufgerichtet hat, und geht dann auf alles ein, was du als Nächstes fragst.
Bevor du gehst
Anreise
Stonehenge, bei Amesbury, Wiltshire, SP4 7DE. Alle kommen am Besucherzentrum an, das an der A360 liegt und von der A303 aus ausgeschildert ist; der Parkplatz liegt am Ende des Loverose Way. Der Ticketschalter steht mitten im überdachten Bereich, wenn du auf das Gebäude zugehst, und genau dort ist Station eins gedacht; die Steine liegen 2 km entfernt, erreichbar mit dem Shuttle oder zu Fuß.
Der nächste Bahnhof ist Salisbury, 12 Meilen (19 km) entfernt, mit einer Direktverbindung ab London Waterloo in rund anderthalb Stunden und regelmäßigen Zügen aus Bristol, Bath und Southampton. Vom Bahnhofsvorplatz fährt stündlich ein Direktbus, oder du nimmst am Bahnhof ein Taxi. Mit dem Auto sind es von der Londoner Innenstadt rund zwei Stunden, fürs Navi SP4 7DE; Nichtmitglieder zahlen fürs Parken.
Tickets und Eintritt
- Buchst du bis Mitternacht am Vortag online, zahlst du weniger, bis zu 15 % günstiger; am Besuchstag kannst du weiterhin kaufen, online oder bei der Ankunft, dann zum vollen Preis. Die Preise hängen vom Datum und von der Tageszeit ab, den Betrag für deinen Besuch nennt also die offizielle Preisseite. Mit der Buchung bekommst du ein Ankunftszeitfenster, und bist du einmal drin, gilt das Ticket den ganzen Tag.
- Ein normales Eintrittsticket führt dich auf dem Besucherweg einmal ganz um den Kreis, stellenweise bis auf 5 Meter heran, aber nicht hinein. Zwischen den Steinen gehen kannst du nur mit einer eigenen Buchung der Stone Circle Experience: eine Stunde am frühen Morgen oder am Abend außerhalb der regulären Öffnungszeiten, im Oktober und November gar nicht. Mitglieder von English Heritage und des National Trust (England) haben freien Eintritt.
- Die Öffnungszeiten verschieben sich übers Jahr, und im Juni, Juli und August hat die Anlage länger geöffnet. Die letzten Tickets werden deutlich vor Schluss verkauft, damit noch Zeit für den Weg zu den Steinen und zurück bleibt; schau also im offiziellen Kalender für deinen Tag nach.
- Es gibt keine Garderobe und an den Steinen keinen Unterstand, und Taschen können bei der Ankunft kontrolliert werden: Nimm also nur mit, was du brauchst, und zieh dich für eine offene, ungeschützte Ebene an. Außer Assistenzhunden dürfen Hunde weder auf die Wiese mit dem Steinkreis noch in den Shuttlebus.
Der offizielle Audioguide
Der offizielle Audioguide von English Heritage ist eine kostenlose App fürs Handy, aus dem App Store oder von Google Play, in dreizehn Sprachen, mit Touren durch den Steinkreis, die Landschaft und die Ausstellung sowie einer audiodeskriptiven Tour auf Englisch. Leihgeräte gibt es vor Ort nicht mehr, also lade die App vor der Anreise herunter und bring Kopfhörer mit. Diese Seite ist eine kürzere Ergänzung dazu: fünf Stationen, ausgewählt für die Stellen, an denen du tatsächlich stehen wirst, die ohne Download auf einer Webseite laufen, jedes Skript unter seinem Player abgedruckt, falls der Wind über der Ebene den Ton verschluckt.
Offizielle Website →Fragen
Gibt es einen kostenlosen Audioguide für Stonehenge?
Der offizielle Guide von English Heritage ist kostenlos: eine App fürs Handy in dreizehn Sprachen, zum Steinkreis, zur Landschaft und zur Ausstellung; Leihgeräte gibt es vor Ort nicht, bring also Kopfhörer mit. Die fünf Stationen von Chiaro hier sind ebenfalls kostenlos und brauchen keinen Download: Sie öffnen sich im Browser und beginnen am Ticketschalter des Besucherzentrums.
Kann ich den Stonehenge-Audioguide ohne Ticket hören?
Die erste Station ja. Sie läuft unter dem Vordach des Besucherzentrums, neben dem Ticketschalter, und beschreibt nichts, wofür du ein Ticket brauchst. Die anderen vier folgen dem Besucherweg um den Steinkreis, den das normale Eintrittsticket abdeckt, und jedes Skript steht unter seinem Player, falls du die Texte lieber zu Hause liest.
Was kostet der offizielle Audioguide von Stonehenge?
Nichts. Der Audioguide von English Heritage ist ein kostenloser Download aus dem App Store oder von Google Play, in dreizehn Sprachen, und der vollständige Text seiner Touren ist als PDF auf der Website veröffentlicht. Leihgeräte gibt es vor Ort nicht mehr, du brauchst also dein eigenes Handy und Kopfhörer.
Darf ich in Stonehenge in den Steinkreis hinein?
Mit einem normalen Eintrittsticket nicht. Während der regulären Öffnungszeiten bleiben alle auf dem Besucherweg, der einmal ganz herumführt und stellenweise bis auf etwa 5 Meter an die Steine heranreicht. Hinein kommst du nur mit einer Buchung der Stone Circle Experience, einer Stunde am frühen Morgen oder am Abend außerhalb der regulären Zeiten, mit sehr wenigen Plätzen und ohne Termine im Oktober und November.
Wo fange ich in Stonehenge an, und wie komme ich zu den Steinen?
Am Besucherzentrum, dem einzigen Zugang, 2 km westlich der Steine. Shuttlebusse fahren alle paar Minuten vor dem Shop ab und brauchen fünf bis zehn Minuten, oder du gehst in 25 bis 40 Minuten über die Wiesen des National Trust hinaus. Spiel die erste Station ab, bevor du losgehst; der Heel Stone, Station zwei, steht nahe am Anfang des Wegs um den Kreis.
Weitere Audioguides
Erstellt von Chiaro. Keine Verbindung zur Verwaltung von Stonehenge.