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Sacré-Cœur · Paris · Unabhängiger Guide

Sacré-Cœur-Audioguide,
fünf Stationen, kostenlos.

Eine Basilika, 85 Meter lang, mit einer Kuppel von 83,33 Metern Höhe, aus einem Stein, der mit jedem Regen weißer wird: fünf Stationen vom Garten bis ganz nach oben, und Chiaro für jede Skulptur, die du unterwegs fotografierst.

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Erstellt von Chiaro. Keine Verbindung zur Verwaltung der Basilika Sacré-Cœur.

9:41

Die weißen Kuppeln, vom Square Louise-Michel aus

Sacré-Cœur, Paris

0:00 2:14
Station 1 von 5

Die fünf Stationen · 12 Minuten Audio

Fünf Orte, ein Rundgang,
in der Reihenfolge, in der du gehst.

Für die weiße Basilika auf dem Montmartre gibt es hier einen Sacré-Cœur-Audioguide mit fünf Stationen, ganz ohne Führung, und die erste läuft schon im Garten unterhalb der Kirche, bevor du eine einzige Stufe gestiegen bist. Du beginnst auf den westlichen Wegen des Square Louise-Michel, die Kuppeln über dir; dann steigst du hinauf zum Vorplatz, wo Jeanne d’Arc und Ludwig der Heilige auf der Vorhalle reiten; drinnen bleibst du im vorderen Teil des Kirchenschiffs stehen, Blick nach Norden, für das Apsismosaik; durch ein Seitenschiff gehst du zur Vierung und schaust hinauf zu den Engeln unter der großen Kuppel; zuletzt gehst du wieder hinaus, links hinunter in den Graben zur Kasse der Kuppel, und steigst hinauf zum Umgang ganz oben, wo die letzte Station nach Südwesten über Paris blickt. Die fünf Aufnahmen dauern zusammen etwa 10 Minuten; plane zu Fuß gut eine Stunde ein, und mehr für die 280 Stufen hinauf.

Am 26. September 2026 haben wir die Website der Basilika selbst gelesen, sacre-coeur-montmartre.com: ihre Seiten zum Erbe für die Geschichte, ihre Besucherseiten für Öffnungszeiten, Kuppel und Hausordnung, dazu Wikipedia als zweite Quelle, und jede praktische Angabe auf dieser Seite ist neben dem Satz abgelegt, aus dem sie stammt. Sacré-Cœur ist zuerst ein Ort, an dem Tag und Nacht gebetet wird, und erst dann eine Sehenswürdigkeit: Ein Fest, eine Gebetswache oder ein Unwetter kann den Tag verändern, und die Kuppel schließt schneller als die Kirche. Sagt dir die Ordensschwester oder der Freiwillige am Empfang etwas anderes, dann gilt ihr Wort, und schreib uns, damit wir es korrigieren.

Station 1 von 5 · Square Louise-Michel, der terrassierte öffentliche Garten unterhalb der Südfassade, auf seinen westlichen Wegen; außerhalb der Tore, ohne Ticket

Die weißen Kuppeln, vom Square Louise-Michel aus

Paul Abadie (1812–1884), Sieger des Wettbewerbs von 1874; weitergeführt von Honoré Daumet, Charles Laisné, Henri-Pierre-Marie Rauline und Lucien Magne (1849–1916) · Grundsteinlegung 16. Juni 1875; Kuppel 1899 vollendet, Außenbau 1914 fertig; geweiht am 16. Oktober 1919 · Kalkstein aus Château-Landon; 85 m lang und 35 m breit, Kuppel 83,33 m hoch

Achte auf

  • Die Form der Kuppeln. Sie sind in die Höhe gestreckt, keine Halbkugeln: Lucien Magne hat Abadies Entwurf so korrigiert, damit sie von diesem Garten aus nicht gedrungen wirken.
  • Die vier kleineren Kuppeln rund um die große. Die Basilika deutet sie als die vier Evangelisten, die mittlere Kuppel steht für Christus.
  • Die Farbe des Steins, selbst an einem grauen Tag. Der Kalkstein aus Château-Landon sondert bei Regen Kalzit ab und wird dabei weißer.
Transkript (2:14)

Stell dich auf einen der Wege an der Westseite des Gartens und schau nach oben. Von hier aus fügt sich die Basilika zu einer einzigen Gestalt: die große Kuppel mit Laterne und Kreuz, davor eine kleinere Kuppel, rechts der Giebel des westlichen Querhauses, und alles im selben kreidigen Weiß, sogar unter grauem Himmel. Der Stein kommt aus dem Steinbruch von Château-Landon, etwa fünfundzwanzig Kilometer südlich von Fontainebleau, derselbe Stein wie am Arc de Triomphe, und er hat eine seltsame Eigenart. Wenn Regen auf ihn fällt, sondert er Kalzit ab, und er wird weißer.

Jetzt zur Form der Kuppeln. Es sind nicht die Halbkugeln, die der erste Architekt gezeichnet hat. Paul Abadie gewann den Wettbewerb von 1874 gegen sechsundsiebzig andere Entwürfe, mit einer romanisch-byzantinischen Kirche über dem Grundriss eines griechischen Kreuzes, ausgerichtet von Norden nach Süden, damit sie sich zur Stadt hin öffnet. Er starb 1884, kurz nachdem die Fundamente fertig waren, und fünf Architekten folgten ihm. Einer von ihnen, Lucien Magne, streckte die Kuppeln in die Höhe, weil Abadies Fassung von hier unten zu flach aussah. Diese Eiform ist eine Korrektur, gemacht für genau die Stelle, an der du stehst. Und unter deinen Füßen tragen dreiundachtzig Pfeiler, dreiunddreißig Meter tief in den Hügel getrieben, all den Stein oben auf der Kuppe.

Dann ist da der Name dieses Gartens. Zuerst kam die Idee der Kirche: Am achten Dezember 1870, nach Frankreichs Niederlage gegen Preußen, schlug Alexandre Legentil in einem Brief eine Kirche in Paris vor, geweiht dem Heiligsten Herzen Jesu, als nationales Bußgelübde. Im März darauf brach die Pariser Kommune aus, auf genau diesem Hügel, und im Mai war sie zu Ende. Die Basilika nennt in ihrer eigenen Geschichte die Vorstellung falsch, die Kirche sei eine Antwort auf die Kommune gewesen, und die Daten geben ihr recht. Historiker halten dagegen, dass die Bauherren trotzdem diesen Hügel wählten, und dass bei der Grundsteinlegung Legentils Schwager, Hubert Rohault de Fleury, vom Montmartre als dem Ort sprach, an dem die Kommune begonnen hatte.

Ganz beigelegt wurde der Streit nie. 1882 strich das Parlament unter der linken Mehrheit von Georges Clemenceau die Mittel, und gebaut wurde nur weiter, weil ein Abbruch zwölf Millionen Francs gekostet hätte. 1898 spottete Émile Zola über die ganze Idee einer nationalen Buße und schrieb voller Sarkasmus, dafür habe man ein riesiges Wahrzeichen errichtet, das Paris aus all seinen Straßen sehen kann und nicht sehen kann, ohne sich verletzt zu fühlen. Und 2004 benannte die Stadt den Garten, in dem du stehst, nach Louise Michel, einer Anarchistin, die an der Kommune beteiligt gewesen war. Fünfundachtzig Meter lang, dreiundachtzig Meter bis zur Kuppelspitze, und weiß, weil es regnet.

Station 2 von 5 · Der Vorplatz oben an der Treppe, mit Blick auf die drei Türen der Südvorhalle: Jeanne steht auf dem rechten (östlichen) Strebepfeiler, Ludwig der Heilige auf dem linken; frei zugänglich

Jeanne d’Arc auf der Vorhalle

Hippolyte Lefèbvre (1863–1935), Bildhauer; gegossen von Henri Rouard · Aufgestellt 1927 · Reiterstandbild aus Bronze, 4,70 m vom Sockel bis zum Kopf, 4200 kg

Achte auf

  • Jeannes erhobenes Schwert und ihre volle Rüstung: so wollte es das Baukomitee, nicht der Bildhauer, der ein kämpfendes Bauernmädchen im Sinn hatte.
  • Ludwig der Heilige am anderen Ende der Terrasse, das Schwert in der einen Hand, die Dornenkrone in der anderen.
  • Der Pelikan im Relief weit oben an der Fassade, der seine Jungen mit seiner eigenen Brust nährt, das alte Sinnbild der Eucharistie.
  • Die drei Reliefs über den Türen, von links nach rechts: Mose am Felsen, die Lanze und der heilige Thomas.
Transkript (2:19)

Steig die Treppe ganz hinauf, stell dich auf den Vorplatz und schau auf die drei Türen. An beiden Enden der Terrasse über der Vorhalle blicken zwei Reiter aus Bronze über die Stadt: links Ludwig der Heilige, rechts Jeanne d’Arc. Fang mit Jeanne an.

Sie misst 4,70 Meter vom Sockel bis zum Scheitel und wiegt 4200 Kilogramm, das Schwert in der rechten Hand erhoben, in voller Rüstung. Um diese Rüstung wurde gestritten. Der Bildhauer, Hippolyte Lefèbvre, schlug sie zuerst als Bauernmädchen zu Pferd vor, das mit dem Schwert in der Hand kämpft. Kardinal Amette, der Erzbischof von Paris, nahm den Entwurf an. Das Baukomitee nicht: Es wollte sie gepanzert sehen. Lefèbvre gab nach, schuf die Rüstung und weigerte sich dann, die fertige Statue im Salon auszustellen. 1927 kam sie an ihren Platz, dorthin, wo zuvor ein heiliger Martin gestanden hatte. Ihr gegenüber hebt Ludwig der Heilige das Schwert in der einen Hand und hält in der anderen die Dornenkrone.

Über die beiden gibt es eine Legende. Abadie, der erste Architekt, hatte auch an Saint-Front in Périgueux gearbeitet, und diese Vorhalle ist der jener Kathedrale nachempfunden. Über dem Nordvorplatz von Saint-Front gibt es zwei ähnliche leere Plätze, die wie gemacht für Reiter aussehen, und man erzählt, die Leute von Périgueux hätten sie nicht gewollt, und so seien sie nach Paris gekommen.

Jetzt schau hinauf zur Spitze der Fassade. In der Nische unter dem Giebel segnet Christus mit einer Hand die Stadt und zeigt mit der anderen sein Herz: Das ist das Heiligste Herz, nach dem der Bau benannt ist. Er ist schon der Dritte an dieser Stelle. Eine provisorische Gipsfigur stürzte 1900 ein, ab 1907 stand dort ein Modell von Gustave Michel, und die heutige, fünf Meter hohe Steinfigur von Pierre Seguin kam 1927 hinauf, im selben Jahr wie Jeanne. Neben ihm sind zwei Vögel im Relief: eine Henne, die ihre Küken unter den Flügeln birgt, und ein Pelikan, der seine Jungen scheinbar mit der eigenen Brust nährt, ein altes Sinnbild für Christus, der sich in der Eucharistie selbst hingibt.

Zwischen den Bögen stehen vier Engel für die Kardinaltugenden, und man erkennt sie an dem, was sie tragen: die Klugheit Spiegel und Zirkel, die Gerechtigkeit Waage und Schwert, die Tapferkeit einen Turm und eine gezähmte Schlange, die Mäßigung eine Uhr und einen Gürtel. Zuletzt lies die Reliefs über den drei Türen von links nach rechts: Mose, der Wasser aus dem Felsen schlägt, die Lanze des Soldaten, die das Herz des gekreuzigten Christus durchbohrt, und den heiligen Thomas, der die Wunden des Auferstandenen berührt. Die ersten beiden sind von Léon Fagel. Das dritte ist von Lefèbvre, dem Mann, der um Jeannes Rüstung gestritten hat, und verloren.

Station 3 von 5 · Innen, vom vorderen Teil des Kirchenschiffs aus, Blick nach Norden zur Halbkuppel über dem Hochaltar

Das Apsismosaik des Heiligsten Herzens

Entworfen von Luc-Olivier Merson (1846–1920) mit Henri-Marcel Magne (1877–1944); ausgeführt von der Mosaikwerkstatt Guilbert-Martin · Ausgeführt 1918–1922, eingeweiht 1923 · Mosaik aus Emailsteinen von Briare, 475 m² (473,78 m² laut der Vermessung in der französischen Wikipedia)

Achte auf

  • Das goldene Herz auf Christi weißem Gewand, genau in der Mitte der Halbkuppel: das Heiligste Herz, nach dem die Basilika benannt ist.
  • Die Frau in Weiß, die zu seinen Füßen kniet und ihm eine Krone hinhält. Sie ist Frankreich.
  • Papst Leo XIII., der unterhalb und seitlich von Christus die Weltkugel darbietet.
  • Das Inschriftband am unteren Rand, GALLIA POENITENS ET DEVOTA ET GRATA: Die letzten beiden Wörter, „und dankbar“, kamen erst nach 1918 dazu.
Transkript (2:46)

Komm durch die Türen herein, bleib im vorderen Teil des Kirchenschiffs stehen und schau geradeaus nach oben. Die Basilika ist von Süden nach Norden angelegt, du blickst also nach Norden, und der ganze Bau läuft auf dieses Bild zu: eine Halbkuppel in Gold und Blau über dem Hochaltar, 475 Quadratmeter Mosaik, eines der größten der Welt. Der Rundgang der Basilika selbst sagt, dass dein Blick schon vom Eingang aus zum Christus darin gezogen wird. Du könntest gar nicht woanders hinschauen, selbst wenn du wolltest.

Er steht in Weiß, die Arme weit ausgebreitet, und auf seiner Brust leuchtet ein goldenes Herz, das Strahlen aussendet. Das ist das Heiligste Herz. Über seinem Kopf verbindet ihn eine Taube, der Heilige Geist, mit Gott Vater ganz oben im Gewölbe. Der Entwurf stammt von Luc-Olivier Merson, zusammen mit Henri-Marcel Magne, und die Mosaizisten der Pariser Werkstatt Guilbert-Martin setzten ihn zwischen 1918 und 1922 aus Emailsteinen von Briare. Eingeweiht wurde es 1923.

Jetzt schau dir die Menschen um ihn herum an, denn hier wird die Geschichte Frankreichs als Prozession erzählt. Zu seinen Füßen kniet eine Frau in weißem Gewand und bietet ihm ihre Krone an: Sie ist Frankreich. Neben ihr stehen der Erzengel Michael, der Schutzpatron des Landes, und Jeanne d’Arc. Papst Leo XIII., der 1899 die Welt dem Heiligsten Herzen weihte, hält eine Weltkugel hin, und hinter ihm folgen Gestalten in Trachten, die für die fünf Erdteile stehen.

Im unteren Band sind die drei Gelübde zu sehen, die Frankreich dem Heiligsten Herzen abgelegt hat. Das von Marseille, während der Pest von 1720, mit Bischof Belsunce. Das Gelübde Ludwigs XVI. und der königlichen Familie, kniend, von 1792. Und das nationale Gelübde von 1871, aus dem diese Kirche entstand: Der Kniende ist Alexandre Legentil, und der Mann, der hinter ihm steht, ist sein Schwager, Hubert Rohault de Fleury. Die beiden Männer, die das Gelübde verfasst haben, sind dort oben im Gold, dem Christus zugewandt, dem sie es gelobt haben. In ihrer Nähe stehen Émile Keller, der das Vorhaben durch die Nationalversammlung brachte, und zwei Generäle mit dem Banner des Heiligsten Herzens. Ganz oben sind die Heiligen Frankreichs, unter ihnen der heilige Dionysius, der, wie die Basilika selbst sagt, auf diesem Hügel sein Blut vergossen hat.

Lies das lateinische Band am Fuß des Mosaiks. Übersetzt heißt es: Dem heiligsten Herzen Jesu das reuige, ergebene und dankbare Frankreich. Das Wort dankbar kam nach dem Ersten Weltkrieg dazu. Ein Bußgelübde, begonnen nach einer Niederlage und vollendet nach einem Sieg, und jemand ist noch einmal hingegangen und hat den Dank hineingesetzt.

Eines noch, unter dem Mosaik. Über dem Hochaltar, getragen von zwei silbernen Engeln, steht das Allerheiligste, und seit dem ersten August 1885 beten Menschen davor in Schichten, Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Es hat nie aufgehört. Darum ist das Kirchenschiff dem Gebet vorbehalten, und darum bittet die Kirche hier um Stille: Du stehst mitten in einer Wache, die seit mehr als 140 Jahren andauert.

Station 4 von 5 · Unter der mittleren Kuppel, Blick nach oben vom Seitenschiff an der Vierung

Die Engel der Passion unter der großen Kuppel

Louis-Ernest Barrias (1841–1905), Gustave Michel (1851–1924), Louis Noël (1839–1925) und Léon Fagel (1851–1913); Kuppel von Paul Abadie (1812–1884) und seinen Nachfolgern · Kuppel 1899 vollendet · Gemeißelter Stein; Kuppel 54,94 m hoch bis zum Schlussstein, 16 m Durchmesser

Achte auf

  • Der Engel, der an einem der Pfeiler das Kreuz umfasst; dann such an den anderen die Lanze, die Nägel und die Dornenkrone.
  • Der Kranz aus Bögen direkt über den Engeln, das Triforium, wo die vier Evangelisten mit ihren Symboltieren im Relief sitzen.
  • Der lateinische Fries rund um den Fuß der Kuppel, Sätze aus dem Glaubensbekenntnis unter den Worten des nationalen Gelübdes.
Transkript (2:16)

Geh das Seitenschiff entlang zur Vierung, bleib dort stehen, wo es sich unter der großen Kuppel öffnet, und leg den Kopf in den Nacken. Vier gewaltige Pfeiler tragen die Kuppel, und an jedem breitet ein Engel seine Flügel aus, genau dort, wo die Wölbung beginnt. Such den, der das Kreuz an seine Brust drückt. Die anderen tragen die übrigen Leidenswerkzeuge Christi: die Lanze, die Nägel, die Dornenkrone, den in Essig getränkten Schwamm. Vier Bildhauer haben sie unter sich aufgeteilt: Louis-Ernest Barrias, Gustave Michel, Louis Noël und Léon Fagel.

Hier liegt das Zentrum von Paul Abadies Plan. Er zeichnete ein griechisches Kreuz mit vier gleich langen Armen und krönte es mit fünf Kuppeln: Die vier kleinen stehen für die Evangelisten, die große für Christus. Von deinem Standort aus ist die große fast fünfundfünfzig Meter hoch bis zum Schlussstein und sechzehn Meter breit.

Der Rundgang der Basilika lädt dich ein, die Kuppel als Krone in drei Stufen zu lesen, für Christus den König. Die erste Stufe über den Engeln ist das Triforium, der Ring aus Arkaden, in dem die vier Evangelisten mit ihren Symboltieren im Relief sitzen. Rund um den Fuß der Kuppel läuft ein Fries mit den Worten des nationalen Gelübdes, „Dem Heiligsten Herzen Jesu – Frankreich“, und darunter, auf Latein, zwei Sätze aus dem Glaubensbekenntnis.

Es hat lange gedauert, bis es so hoch hinaufging. Die Kirche wurde am fünften Juni 1891 feierlich eingeweiht, noch ohne ihre große Kuppel, die erst 1899 fertig war. In diesen Jahren, von 1891 bis 1904, wurde der leitende Architekt von Charles Garnier beraten, dem Erbauer der Pariser Oper, jenes neobarocken Baus, gegen dessen Stil diese Kirche zum Teil eine Reaktion war.

Fällt dir auf, wie dämmrig es ist? Die Fenster sitzen sehr hoch. Im April 1944 fielen dreizehn Bomben auf die Straße neben der Basilika, und alle Fenster flogen heraus. Die Mauern hielten. Und die Menschen, die vor dem Allerheiligsten knieten und beteten, blieben, wo sie waren.

Die große Orgel wirst du heute nicht hören. Sie ist das letzte große Instrument von Aristide Cavaillé-Coll, 1898 als Salonorgel für die Villa von Baron Albert de L’Espée oberhalb von Biarritz gebaut, und wurde am zehnten März 2025 für eine Restaurierung von etwa zwei Jahren abgebaut; bis dahin spielt die kleinere Chororgel zu den Gottesdiensten. Sie hatte schon einen weiten Weg hinter sich: Der Baron verkaufte sie an Charles Mutin, Cavaillé-Colls Nachfolger, der sie in seiner Pariser Werkstatt umbaute, und eingeweiht wurde sie in dieser Kirche am sechzehnten Oktober 1919, dem Tag, an dem die Basilika geweiht wurde, mit Charles-Marie Widor am Spieltisch.

Station 5 von 5 · Der Umgang oben um die Kuppel, Blick nach Südwesten; eigener, kostenpflichtiger Kuppelaufstieg, Zugang über den Graben links der Basilika

Paris von der Kuppel aus

Paul Abadie (1812–1884), Kuppeln von Lucien Magne (1849–1916) in die Höhe gestreckt · Kuppel 1899 vollendet; Campanile am 6. April 1912 fertiggestellt · Kalkstein aus Château-Landon; Kuppel 83 m hoch, auf einer Hügelkuppe 130 m über dem Meer

Achte auf

  • Der Eiffelturm am südwestlichen Horizont, das republikanische Gegenstück zu dieser Basilika, gegründet auf Fundamenten aus demselben Stein von Château-Landon.
  • Die Laterne der kleinen Kuppel direkt unter dir, mit einer Lilie als Bekrönung: eine der vier Kuppeln, die für die Evangelisten stehen.
  • Hinter dir im Norden der quadratische Campanile, etwas höher als dein Standort, in dem die Savoyarde hängt.
Transkript (2:23)

Komm auf dem Umgang oben an der Kuppel erst einmal zu Atem, nach 280 Stufen über eine enge Treppe, und dreh dich nach Südwesten, zum Eiffelturm hin. Direkt unter dir liegt die Laterne einer der vier kleinen Kuppeln, mit einer steinernen Lilie auf der Spitze, und dahinter breitet sich Paris flach bis zum Horizont aus. An einem klaren Tag reicht der Blick von hier oben dreißig Kilometer weit. Die Kuppel liegt mehr als 200 Meter über dem Meeresspiegel, hoch über allen Dächern ringsum, und darum sieht die Stadt aus wie eine Landkarte.

Such den Eiffelturm. Die französische Denkmalbeschreibung dieser Kirche nennt den Turm das republikanische Gegenstück zur Basilika: ein Hügel des Glaubens und ein Mast aus Eisen, die sich quer über die Stadt gegenüberstehen. Die beiden haben mehr gemeinsam, als jede Seite gern zugab: Der Stein unter deinen Füßen kam aus den Brüchen von Château-Landon, und von dort kamen auch die Fundamente des Turms und der Arc de Triomphe. Irgendwo dort unten steht auch Charles Garniers Oper, der neobarocke Bau, gegen den diese Kirche zum Teil entworfen wurde.

Jetzt dreh dich um und schau nach Norden. Gleich hinter der Kuppel, kaum höher als du, steht der quadratische Campanile, vierundachtzig Meter hoch, von Lucien Magne, vollendet mit dem Kreuz auf seiner Laterne im April 1912. Darin hängt die Savoyarde, die größte Glocke Frankreichs: drei Meter Durchmesser, fast neunzehn Tonnen, mit einem sehr tiefen C. Sie war ein Geschenk der vier Diözesen Savoyens, die Idee des Erzbischofs von Chambéry, der im Januar 1889 eine Sammlung startete, um zugleich an das nationale Gelübde und an Savoyens Anschluss an Frankreich 1860 zu erinnern. Die Gießerei Paccard goss sie am zwölften Mai 1891 in Annecy; seltsamerweise steht auf der Glocke 1890. Achtundzwanzig Pferde zogen sie diesen Hügel hinauf, und in der Nacht des sechzehnten Oktober 1895 kam sie an. Auf einem provisorischen Holzglockenstuhl aufgehängt, wurde sie 1905 sabotiert, und erst im März 1907 zog sie in den Campanile hinauf.

Die Savoyarde läutet nur zu den hohen Festen, zu Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt, Weihnachten, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen. Mit einer Ausnahme. In der Nacht des vierundzwanzigsten August 1944, als bei der Befreiung von Paris die ersten französischen Truppen das Hôtel de Ville erreichten, läutete sie über der Stadt, und eine Glocke dieser Größe hört man zehn Kilometer weit.

Schau noch einmal hinunter, aufs Ganze. Auf diesem Hügel hat, wie die Basilika selbst sagt, der heilige Dionysius sein Blut vergossen; hier wurde ein Bußgelübde in weißen Stein gebaut; und in einer Augustnacht schickte dieser Hügel neunzehn Tonnen Klang über jedes Dach, das du sehen kannst.

Unabhängiger Guide · Chiaro

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Fünf Aufnahmen lassen das meiste auf diesem Hügel unerzählt: drei Türreliefs, vier Tugenden aus Stein, eine Schar von Päpsten, Königen und Heiligen im Mosaik und ein Meer von Dächern von oben. Draußen auf dem Vorplatz oder oben auf der Kuppel fotografierst du eine Figur, die du nicht zuordnen kannst, oder einen Turm, dessen Namen du nicht kennst, und Chiaro sagt dir, wer sie geschaffen hat und was sie dort soll. Wo Fotos tabu sind, im Kirchenschiff, tippst du deine Frage einfach ein.

Wer kniet im Mosaik?Warum ist der Stein so weiß?Wann läutet die Savoyarde?

Bevor du gehst

01

Anreise

35, rue du Chevalier de la Barre, 75018 Paris, auf dem Gipfel des Montmartre-Hügels. Vom Square Louise-Michel unten führen Treppen hinauf zum Vorplatz vor der Südvorhalle; vor dem inneren Vorplatz und den Türen gibt es eine Taschenkontrolle. Stufenlos kommst du über einen Eingang mit Aufzug an der Rückseite der Basilika hinein, 35 rue du Chevalier de la Barre, der kürzere Öffnungszeiten hat als die Kirche.

Metrolinie 2 bis Anvers, oder mit dem Bus.

02

Tickets und Eintritt

  • Die Basilika öffnet ihre Türen das ganze Jahr über täglich, ohne Ausnahme, von 6:30 bis 22:30 Uhr, und der Eintritt ist für alle frei, ohne Ticket und ohne Reservierung. Zu den hohen Festen, bei manchen Gebetswachen und zur Heiligen Stunde am ersten Donnerstag jedes Monats bleibt sie länger offen.
  • Nur die Kuppel kostet Geld: 8 € für Erwachsene, 5 € für Kinder bis 15 Jahre, zu zahlen ausschließlich an ihrer eigenen Kasse vor Ort. Ihr Eingang liegt draußen, nach der Sicherheitskontrolle: Geh gleich links hinunter in den Graben, dann findest du Schalter und Ticketautomat 20 Meter rechts am Fuß der Treppe. Die Basilika nennt als Zeiten 10:30 bis 20:30 Uhr, letzter Einlass 20 Uhr, schreibt aber, dass sie je nach Saison wechseln; mittags schließt die Kuppel außerdem für eine Pause, und bei Wartungsarbeiten oder schlechtem Wetter kann sie ganz zu sein. Schau deshalb am Vortag auf die Kuppelseite. Der Aufstieg hat 280 Stufen über eine enge Treppe, einen Aufzug gibt es nicht.
  • Im Kirchenschiff ist Fotografieren nicht erlaubt. Die Basilika bittet um angemessene Kleidung, um Stille und darum, nicht zu telefonieren, und im Kirchenschiff bleiben Besucher im vorderen Teil, der dem Gebet vorbehalten ist. Hör die beiden Stationen drinnen mit Kopfhörern, oder spiel sie vorher draußen auf dem Vorplatz ab.
  • Die Krypta ist für Besucher nicht geöffnet, außer bei einem kostenlosen begleiteten Rundgang, nur auf Französisch, dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags um 16 Uhr, etwa vierzig Minuten lang; Treffpunkt ist der innere Vorplatz gleich hinter der Taschenkontrolle, eine Spende nach eigenem Ermessen ist willkommen.
Offizielle Tickets →
03

Der offizielle Audioguide

Der eigene Audiorundgang der Basilika kostet nichts: Gemacht von Art, Culture et Foi, dem Verein der Diözese Paris für sakrale Kunst, startest du ihn auf deinem eigenen Smartphone über den QR-Code auf dem Plakat am Eingang, ohne Download und ohne Anmeldung, und er behandelt die Fassade, die wichtigsten Kapellen, das Chormosaik, die Fenster und die Skulpturen. Bring Kopfhörer mit. Die Benediktinerinnen, die hier beten, haben einen zweiten Rundgang in mehreren Sprachen gestaltet, über einen weiteren QR-Code an der Tür. Die Krypta zeigt man nur bei einem kostenlosen begleiteten Rundgang auf Französisch. Diese Seite steht als unabhängige Begleitung daneben: Sie beginnt unten im Garten, endet oben auf der Kuppel und hat jeden Sprechtext ausgeschrieben unter dem Player, für die Abschnitte, in denen zuerst Stille gilt.

Offizielle Website →

Fragen

Gibt es einen kostenlosen Audioguide für Sacré-Cœur?

Ja, sogar mehr als einen, und für keinen musst du ein Gerät an einer Theke ausleihen. Der offizielle Rundgang der Basilika von Art, Culture et Foi ist kostenlos und läuft über einen QR-Code am Eingang auf deinem eigenen Handy, und die Benediktinerinnen bieten einen weiteren in mehreren Sprachen an. Auch diese Seite ist kostenlos und deckt anderes ab: Sie beginnt im Square Louise-Michel, endet oben auf der Kuppel und bringt jeden Sprechtext vollständig unter seinem Player.

Kann ich den Sacré-Cœur-Audioguide ohne Ticket hören?

Für vier der fünf Stationen ja: Der Garten, die Vorhalle und das Innere der Basilika sind kostenlos und jeden Tag offen. Nur die letzte Station, oben auf der Kuppel, braucht das Kuppelticket, 8 € für Erwachsene, erhältlich vor Ort an der eigenen Kasse der Kuppel.

Was kostet der offizielle Audioguide von Sacré-Cœur?

Nichts. Der offizielle Audiorundgang braucht weder Download noch Registrierung: Scanne den QR-Code auf dem Plakat am Eingang und nimm deine eigenen Kopfhörer. Bezahlen musst du bei einem Besuch nur den Aufstieg zur Kuppel, 8 € für Erwachsene und 5 € für Kinder bis 15 Jahre.

Wo beginnt dieser Rundgang an Sacré-Cœur, und wie komme ich hin?

Im Square Louise-Michel, dem terrassierten öffentlichen Garten unterhalb der Südfassade, auf seinen westlichen Wegen. Die Metrolinie 2 hält in Anvers, oder du kommst mit dem Bus; die Treppen des Gartens führen hinauf zum Vorplatz und zu den Türen, wo die zweite Station läuft.

Ist Sacré-Cœur jemals geschlossen?

Die Kirche nicht: Ihre Türen öffnen an jedem einzelnen Tag, ohne Ausnahme, von 6:30 bis 22:30 Uhr, und an manchen Festen und Gebetswachen länger. Bei der Kuppel ist das anders. Sie schließt über Mittag, kann bei Wartung oder schlechtem Wetter zu sein, und ihre Zeiten ändern sich mit der Saison. Wenn dir der Ausblick wichtig ist, schau also am Vortag auf die Kuppelseite der Basilika.

Darf ich in Sacré-Cœur fotografieren?

Nicht im Kirchenschiff. Die Basilika bittet darum, es zu lassen, aus Rücksicht auf die Menschen, die vor dem Tag und Nacht ausgesetzten Allerheiligsten beten, und sie bittet überall um Stille. Die ersten beiden Stationen dieser Seite sind draußen, die letzte ebenfalls.

Weitere Audioguides

Erstellt von Chiaro. Keine Verbindung zur Verwaltung der Basilika Sacré-Cœur.