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Park Güell · Barcelona · Unabhängiger Guide

Park-Güell-Audioguide,
fünf Stationen, kostenlos.

Zwölf Hektar Hang, die Gaudí ab Oktober 1900 anzulegen begann, erzählt in fünf Aufnahmen, unter jeder das Skript zum Mitlesen. Für jede andere Fliese auf dem Gelände: Richte die Kamera von Chiaro darauf und frag.

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Erstellt von Chiaro. Keine Verbindung zur Verwaltung des Park Güell.

9:41

Die Mauer am Carrer d'Olot und die Pavillons der Pförtnerloge

Park Güell, Barcelona

0:00 2:09
Station 1 von 5

Die fünf Stationen · 11 Minuten Audio

Fünf Orte, ein Rundgang,
in der Reihenfolge, in der du gehst.

Der Park-Güell-Audioguide unten ist kostenlos, du gehst ihn auf eigene Faust, und er führt von einem öffentlichen Gehweg bis zu einer Welle aus schräg gestelltem Stein, vorbei an der berühmtesten Bank des Parks. Die erste Station spielst du am Carrer d'Olot ab, vor dem Haupttor an der Südseite, ganz ohne Ticket. Dann gehst du am Eingang Carrer de Larrard hinein, den du über die Seitengasse am Ende von Carrer d'Olot und Carrer Marianao erreichst, und gehst zum Fuß der großen Freitreppe gleich hinter dem Haupttor, wo der Drache wartet. Steig hinauf zum Säulenwald oben an der Treppe, dann weiter hinauf auf den Platz der Natur, bleib für die Aussicht an der Bank auf der Stadtseite des Platzes stehen und geh zum Schluss durch das Eisentor auf der Seite zur alten Casa Larrard in den schrägen Steinportikus. Die Wege sind kurz, aber steil, und während die Aufnahmen zusammen etwa zehn Minuten dauern, rechnet der Park selbst für einen durchschnittlichen Besuch mit rund einer Stunde.

Ticketregeln, Preise und Zeitfenster auf dieser Seite stammen von parkguell.barcelona, der offiziellen Website des Parks, die im Auftrag der Stadt Barcelona betrieben wird, und zwar in dem Stand vom 26. September 2026; die Geschichte haben wir an den Denkmalseiten des Parks selbst und an Wikipedia überprüft. Eingänge und Wege verschieben sich hier mit den Bauarbeiten, deshalb gilt vor Ort, was die Parkaufseher sagen und was an den Wegen aushängt; weicht das von dieser Seite ab, schick uns eine Nachricht, und wir korrigieren sie.

Station 1 von 5 · Carrer d'Olot, auf dem Gehweg vor dem Haupttor an der Südseite des Parks, mit Blick auf den Park; eine öffentliche Straße, kein Ticket nötig

Die Mauer am Carrer d'Olot und die Pavillons der Pförtnerloge

Antoni Gaudí (1852–1926) für den Industriellen Eusebi Güell (1846–1918) · 1900–1903 · Bruchsteinmauer mit Fliesenabdeckung, 210 m lang und 2 bis 4 m hoch, mit fünfzehn Trencadís-Medaillons von 1,4 m Durchmesser; zwei Steinpavillons unter Dächern aus Fliesenscherben

Achte auf

  • Die Medaillons oben in der Mauer, fünfzehn Stück, abwechselnd mit zwei Wörtern: Park und Güell. Das erste ist Englisch, weil Güell einen Wohnpark nach britischem Vorbild wollte.
  • Über dem Tor der blau-weiß karierte Turm des linken Pavillons mit seinem vierarmigen Kreuz, das 1936 zerstört und nach dem Bürgerkrieg wieder aufgesetzt wurde.
  • Die Pilzkuppel des rechten Pavillons, wohl ein Fliegenpilz. Die Rippen unter dem Hut sind kopfüber gesetzte Kaffeetassen.
  • Das Tor mit seinem Eisenwerk aus Palmblättern. Es ist von Gaudí, stammt aber von der Casa Vicens, einem seiner ersten Häuser, und wurde 1965 hier eingesetzt.
Transkript (2:09)

Stell dich auf den Gehweg des Carrer d'Olot, mit dem Gesicht zur Mauer. Sie ist aus rauem Stein von genau diesem Hang, 210 Meter lang, zwischen zwei und vier Metern hoch, und oben mit Fliesen in weißen und roten Bändern abgedeckt. In diese Abdeckung sind die Medaillons eingelassen, fünfzehn Stück, jedes 1,4 Meter im Durchmesser, und sie wiederholen immer wieder dieselben zwei Wörter: Park und Güell.

Das erste Wort ist mit Absicht Englisch. Eusebi Güell, der Industrielle, der das alles bezahlt hat, wollte die britischen Wohnparks nachbilden, und der Name sollte genau das ankündigen. Was hinter dieser Mauer liegt, war nie als öffentlicher Park gedacht. Es war eine private Wohnsiedlung für wohlhabende Familien, rund sechzig dreieckige Parzellen an einem kahlen, felsigen Hang, den die Leute Muntanya Pelada nannten, den kahlen Berg. Die Regeln waren streng. Nur ein Sechstel jeder Parzelle durfte bebaut werden, und jedes Haus musste so stehen, dass es dem Nachbarn weder die Sonne noch den Blick aufs Meer nahm. Güell übertrug den Auftrag Antoni Gaudí, und im Oktober 1900 begannen die Arbeiten.

Schau jetzt über das Tor hinweg auf die beiden Pavillons. Das war die Pförtnerloge der Siedlung, und sie gehörte zum Ersten, was fertig wurde: Eine Beschreibung, die am 4. Januar 1903 erschien, führt beide Pavillons, die Außenmauer und die große Treppe dahinter schon als gebaut auf. Der linke war die eigentliche Loge, mit einem Warteraum und einer Telefonzelle. Sein Turm ist der blau-weiß karierte, gekrönt von dem vierarmigen Kreuz, dessen Arme Gaudí gern in die Himmelsrichtungen zeigen ließ. Dieses Kreuz wurde 1936 zerstört und nach dem Bürgerkrieg wieder aufgesetzt. Der rechte Pavillon war das Wohnhaus des Pförtners, die Casa del Guarda, und die Kuppel auf seinem Dach ist ein Pilz, höchstwahrscheinlich ein Fliegenpilz. Die Rippen unter dem Hut sind Kaffeetassen, kopfüber zwischen die Fliesen gesetzt.

Das ist die Methode des ganzen Parks, und sie hat einen Namen: Trencadís, katalanisch für „zerbrochen“. Vieles davon war Fabrikausschuss, dazu zerbrochene Tassen und Teller.

Dann das Tor, sein Eisenwerk geformt wie Palmblätter. Es ist von Gaudí, stammt aber von der Casa Vicens, einem seiner frühesten Häuser, und wurde 1965 hier eingesetzt. Sein eigener Plan für diesen Eingang war seltsamer: ein monumentales Tor mit zwei mechanischen Gazellen, die sich mit den Torflügeln öffnen sollten. Gebaut wurden sie nie.

Der größte Teil der Siedlung auch nicht. Die Käufer blieben aus, und 1914 wurden die Arbeiten eingestellt, als von sechzig Häusern gerade zwei standen. Alles hinter diesem Tor wurde für Bewohner gebaut, die nie kamen.

Station 2 von 5 · Gleich hinter dem Haupttor, am Fuß der großen Freitreppe, mit Blick hinauf zu den Säulen der Säulenhalle

Die Drachentreppe

Antoni Gaudí (1852–1926) · 1900–1903 · Stein und Trencadís; eine doppelte Treppe mit 45 Stufen, 20 m lang und 8,1 m breit; der Drache 2,4 m lang, aus dünnem Ziegel mit einer Haut aus Fliesenscherben

Achte auf

  • Das offene Maul des Drachen. Es ist kein Schmuck, sondern ein Überlauf: Wenn der Regenwassertank unter dem Platz voll ist, fließt der Überschuss hier heraus.
  • Im Brunnen auf halber Höhe, unter dem Drachen, das Wappen Kataloniens, über das sich eine Schlange legt, eine von mehreren Anspielungen auf die katalanische Identität an dieser Treppe.
  • Der kleine Dreifuß, der aus dem Drachenbrunnen aufragt, eine Anspielung auf den Dreifuß des Orakels von Delphi.
  • Oben am letzten Treppenlauf, unter die Säulen geschoben, die geschwungene Odeon-Bank, so gesetzt, dass sie im Winter Sonne und im Sommer Schatten bekommt.
Transkript (2:11)

Bleib am Fuß der Stufen stehen und schau genau die Mitte hinauf. Zwei Treppenläufe steigen links und rechts einer Kette von Brunnen an, fünfundvierzig Stufen insgesamt, zwanzig Meter von unten bis oben, und oben warten die Säulen der überdachten Halle, die den Platz trägt. Die Beschreibung, die der Park selbst von diesem Eingang gibt, verspricht genau diesen Anblick, die Treppe mit der Halle darüber, und in diesem einen Blick steckt die ganze Komposition.

Die Seitenwände sind zwei Ellipsen aus Keramik, weiße, nach außen gewölbte Platten im Wechsel mit farbigen, nach innen gewölbten, viele davon entworfen von Pau Pujol aus der Fliesenfabrik Pujol i Bausis, und oben schließen sie mit Zinnen ab. Unter den Terrassen, die diese Mauern tragen, liegen zwei Grotten. Die rechte wurde als Unterstand für Wartende gebaut, und drinnen ruht ihr Gewölbe auf einer einzigen kegelförmigen Säule, die aussieht wie ein Elefantenbein.

Jetzt steig mit den Augen hinauf. Der erste Brunnen besteht ganz aus künstlichem Fels und Tropfsteinen, mit seltsamen, koboldhaften Formen, und darin versteckt sind ein Kreis für die Welt und ein Zirkel für den Architekten. Auf halber Höhe sitzt ein Medaillon mit dem Wappen Kataloniens, über das sich eine Schlange legt. Und darüber: der Drache.

Er ist 2,4 Meter lang, aus dünnem Ziegel gemauert und mit Fliesenscherben überzogen, und die Website des Parks sagt ohne Übertreibung, er sei zum beliebtesten Bild des Parks geworden. Was er darstellt, darüber ist man sich nicht einig. Vielleicht den Salamander der Alchemisten, das Wesen des Feuers. Vielleicht Python, die Schlange des Tempels von Delphi; über ihm steht ein kleiner Dreifuß wie der, auf dem das Orakel saß, und manche Fachleute glauben, dass Güell und Gaudí den ganzen Park diesem Tempel nachempfunden haben. Oder es ist das Krokodil aus dem Wappen von Nîmes, der französischen Stadt, in der Güell aufgewachsen ist.

Eines ist er ganz sicher: ein Abfluss. Der Regen, der auf den Platz oben fällt, sickert in einen unterirdischen Tank, der 1200 Kubikmeter fasst. Ist der Tank über seiner Grenze, hat der Überschuss nur einen Ausweg, und das ist das Maul des Drachen. Gaudí hat das berühmteste Tier des Parks zum Überlauf seiner Zisterne gemacht.

Der Ruhm ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Das Erhaltungsprogramm des Parks führt unter seinen Projekten die Restaurierung des rechten Vorderfußes des Drachen, auch hier muss Berühmtheit also gepflegt werden.

Noch etwas, bevor du hinaufsteigst. Oben am letzten Treppenlauf, geschützt unter den Säulen, steht eine geschwungene Bank in der Form eines kleinen griechischen Theaters, ein Odeon. Sie ist so gesetzt, dass sie im Winter die Sonne einfängt und im Sommer im Schatten liegt.

Station 3 von 5 · Oben an der Drachentreppe, in der überdachten Säulenhalle unter dem Platz der Natur

Die Säulenhalle und Jujols Decke

Antoni Gaudí (1852–1926); Deckenmosaiken von Josep Maria Jujol (1879–1949) · um 1907–1909 · 86 kannelierte Säulen aus Mörtel und Bruchstein, je 6,16 m hoch und 1,2 m dick, unter flachen Trencadís-Kuppeln; vier Deckenmedaillons von 3 m Durchmesser

Achte auf

  • Die äußeren Säulen, die sich nach innen neigen. Nach klassischer Regel steht eine Säule senkrecht; diese kippen, um die Last zu zeigen, die sie tragen.
  • Die vier großen Sonnenmedaillons, drei Meter im Durchmesser, jedes in einer Lücke, wo Gaudí eine Säule weggelassen hat. Sie stehen für die vier Jahreszeiten.
  • Die kleineren Rundbilder in der Mitte der Gewölbe, vierzehn Stück, voller Wirbel und Spiralen: die Mondphasen.
  • Das obere Ende einer beliebigen Säule: Der Block unter der Decke ist achteckig, nicht quadratisch, wie es sich für eine echte dorische Säule gehörte.
Transkript (2:17)

Tritt zwischen die Säulen und gönn dir einen Moment im Schatten. Du stehst in dem, was den Platz trägt: sechsundachtzig kannelierte Säulen, jede 6,16 Meter hoch und 1,2 Meter dick, unter einer Decke aus flachen weißen Kuppeln. Der Raum sollte der Markt der Siedlung werden, ein überdachter Ort, an dem die Bewohner einkaufen. Als die Siedlung scheiterte, wurde aus dem Markt nichts.

Die Säulen sind dorisch, oder sie tun so. Sieh dir den Block oben auf einer von ihnen an. Bei einer echten dorischen Säule ist er quadratisch; hier ist er achteckig. Und sieh dir den äußeren Ring an, die Säulen, die der Treppe am nächsten stehen. Sie neigen sich. Die klassische Architektur würde das einen Fehler nennen. Die Beschreibung des Parks selbst trifft es besser: Die Neigung verstößt gegen die Regeln der klassischen Komposition und lässt dich zugleich das Gewicht spüren, das die Säulen tragen. Aus Marmor sind sie übrigens auch nicht. Sie sind aus Mörtel und Bruchstein und sehen nur so aus, mit einer Haut aus Fliesenscherben bis auf 1,8 Meter Höhe.

Außerdem sind sie Fallrohre. Der Platz über dir ist absichtlich nicht gepflastert, damit der Regen direkt hindurchsickert, und in der Säulenhalle sammelt eine Leitung das Wasser und schickt es hinunter in einen Tank unter deinen Füßen. Das ist der Tank, dessen Überlauf du gerade aus dem Drachen hast kommen sehen.

Jetzt schau nach oben. Der Plan sah neunzig Säulen vor. Gaudí ließ vier weg, und in die vier Lücken in der Decke setzte er vier große runde Medaillons, drei Meter im Durchmesser. Es sind Sonnen mit zwanzig Strahlen, und sie stehen für die Jahreszeiten. Um sie herum, in der Mitte der kleineren Gewölbe, sitzen vierzehn Rundbilder von etwa einem Meter Durchmesser, voller Wirbel, Schrauben und Spiralen. Das sind die Mondphasen. Wo Säulen fehlen, öffnet sich der Raum zu etwas, das wie drei Schiffe wirkt, wie in einer Kirche.

Der Mann, der diese Decke geschaffen hat, war Josep Maria Jujol, 1879 in Tarragona geboren, siebenundzwanzig Jahre jünger als Gaudí und der erfindungsreichste all seiner Mitarbeiter. Er arbeitete mit ihm auch an der Casa Batlló und der Casa Milà. Hier oben arbeitete er mit Keramikscherben und schlichtem Abfallmaterial. Wenn du im Park einen einzigen Ort suchst, an dem sich die Fantasie eines Mitarbeiters im Gerüst seines Meisters frei austobt, dann ist es diese Decke.

Die Geschichte des Parks selbst setzt sie früh an: 1907 wurde der Platz oben schon für Veranstaltungen genutzt, und daraus schließt sie, dass diese Halle damals ihr Dach hatte. Die Medaillons brauchen seitdem Pflege, und sie stehen auf der Liste der Erhaltungsprojekte des Parks. Bleib einen Moment unter der nächsten Sonne stehen, bevor du weitergehst. Jede einzelne dieser Scherben hat jemand ausgewählt.

Station 4 von 5 · Platz der Natur, an der Bank auf der Treppenseite, mit Blick über die Eingangspavillons auf die Stadt und das Meer

Der Platz der Natur und die Schlangenbank

Antoni Gaudí (1852–1926); die Bank von Josep Maria Jujol (1879–1949) · Platz ab 1907 in Gebrauch; Bank 1909–1914 gebaut · Esplanade von 86 mal 43 m, teils in den Fels gehauen, teils von der Säulenhalle getragen; Trencadís-Bank von 110 m Länge

Achte auf

  • Die kleinen Bilder und Wörter zwischen den abstrakten Mustern der Bank: Tierkreiszeichen, Sterne, Blumen, Fische, Krebse und Jujols Anrufungen der Jungfrau Maria auf Katalanisch und Latein.
  • Der Rhythmus der Bank: nach innen und nach außen gewölbte Buchten von etwa anderthalb Metern Länge, sodass man am Ende in kleinen Gruppen einander zugewandt sitzt.
  • Direkt unter der Brüstung: die Treppe, die beiden Pavillons von der ersten Station und dahinter die Stadt und das Meer, mit denen die Siedlung verkauft werden sollte.
  • Der Boden unter dir, absichtlich ungepflastert, damit der Regen zum Tank unter den Säulen durchsickert.
Transkript (2:17)

Geh an die Brüstung der Bank auf der Stadtseite und schau hinunter. Direkt unter dir liegt die Treppe, die du heraufgekommen bist, dann die beiden Pavillons mit ihrem Pilz und ihrem Kreuz, und dahinter ganz Barcelona, das bis ans Meer hinabläuft. Genau diese Aussicht war es, die Güell verkaufte. Die Geschichte des Parks selbst sagt, er habe diesen Hügel wegen seiner gesunden Lage und seiner herrlichen Aussicht über das Meer und die Ebene gewählt.

Der Boden unter dir ist gar kein Boden. Die ursprünglichen Pläne nannten ihn das Griechische Theater, eine Bühne für große Freiluftvorführungen, die man von den Terrassen ringsum verfolgen sollte, und er ist künstlich: Ein Teil ist in den Fels des Berges gehauen, der Rest liegt auf den Säulen, zwischen denen du eben hindurchgegangen bist. Er ist 86 Meter lang und 43 breit und bleibt absichtlich ungepflastert, damit der Regen hindurch in den Tank darunter läuft. Heute heißt er Platz der Natur.

Jetzt die Bank. Sie zieht sich über 110 Meter, und sie ist das Werk von Josep Maria Jujol, gebaut zwischen 1909 und 1914. Setz dich kurz und achte darauf, was mit deinem Rücken passiert: Der Sitz besteht aus nach innen und nach außen gewölbten Buchten von etwa anderthalb Metern Länge, einem Körper angepasst, und die Kurven drehen die Leute in kleinen Gruppen einander zu. Die Bank war ebenso fürs Gespräch gedacht wie zum Ausruhen.

Dann schau dir die Oberfläche genau an. Sie besteht aus zerbrochenen Fliesen, Flaschen und Geschirrscherben, meist abstrakt, aber nicht nur. Such an ihr entlang, und du findest Tierkreiszeichen, Sterne, Blumen, Fische und Krebse. Jujol hat auch Rosen, Kreuze und Sätze auf Katalanisch und Latein zum Lob der Jungfrau Maria eingearbeitet, und hier und da den Buchstaben J, für Jujol. Das ist weniger eine Bank als ein hundert Meter langes Sammelalbum.

Lange leer war der Platz nie. Schon zu Güells Lebzeiten gehörte der Park zu den großen Sehenswürdigkeiten der Stadt, und Güell vermietete diese Esplanade für katalanische patriotische Versammlungen und für die Sardana, den traditionellen Tanz Kataloniens. 1906 fand im Park das Gartenfest des Ersten Internationalen Kongresses der Katalanischen Sprache statt.

Güell starb 1918. Seine Erben boten den Park der Stadt an, der Stadtrat beschloss am 26. Mai 1922 den Kauf, und 1926, im Todesjahr Gaudís, wurde der Park für die Öffentlichkeit geöffnet. Gaudí selbst hatte fast zwanzig Jahre hier gewohnt, im Musterhaus der Siedlung, von 1906 bis 1925. Die Häuser kamen nie. Gekommen bist stattdessen du, und die Aussicht über die Pavillons hinunter aufs Wasser ist dieselbe, die sich die sechzig Parzellen teilen sollten.

Station 5 von 5 · Vom Platz der Natur durch ein originales Eisentor, auf der Seite des Platzes zur alten Casa Larrard hin, heute eine Schule

Der Portikus der Wäscherin

Antoni Gaudí (1852–1926) · Entstanden während der Bauarbeiten an der Siedlung von 1900 bis 1914 · Unbehauener Stein vom Gelände: eine 83 m lange Galerie auf einer doppelten Säulenreihe, deren innere Säulen sich gegen den Hang lehnen, dahinter eine Stützmauer

Achte auf

  • Die Wäscherin: eine Säule, gehauen als Frau, die ein Bündel trägt, das Werkzeug ihres Berufs. Nach ihr ist der ganze Portikus benannt.
  • Die Neigung der inneren Säulen gegen den Hang. Sie sind ebenso Strebepfeiler wie Stützen und halten den Hang zurück.
  • Der Stein selbst, rau und unbehauen gelassen, wie an den Viadukten, die Gaudí aus Fels von diesem Hügel baute.
  • Das Eisentor, durch das du gekommen bist und das Salvador Dalí mit Kalbslebern verglich.
Transkript (1:55)

Du hast den hellen Platz durch ein Eisentor hinter dir gelassen, und das Licht ändert sich sofort. Salvador Dalí sagte, das Eisenwerk dieses Tors sehe aus wie Kalbsleber. Behalt das im Kopf und schau es dir später noch einmal an.

Vor dir liegt eine Galerie aus rauem Stein, die sich über deinem Kopf krümmt wie eine Welle kurz vor dem Brechen. Sie zieht sich 83 Meter an einer Stützmauer entlang und wird von einer doppelten Säulenreihe getragen, deren innere Säulen sich gegen den Hang lehnen. Der Park selbst nennt sie eines der schönsten Beispiele für Gaudís organische Architektur, und darauf kommt es an: Die Neigung hat eine Aufgabe. Diese Säulen sind Strebepfeiler. Sie halten den Hang zurück. Manche Autoren sehen darin einen romanischen Kreuzgang, vielleicht nach dem Vorbild des Kreuzgangs der Kathedrale von Elne; hier allerdings neigt sich die geschwungene Innenwand des Portikus selbst, um dem natürlichen Gefälle des Geländes zu folgen.

Der Stein ist unbehauen, genau wie an den Viadukten, die die Fahrwege rund um den Park tragen und die Gaudí aus Fels vom Gelände selbst baute. Deshalb wirkt das Ganze eher gewachsen als gebaut. An diesem Gedanken hielt er fest, wo er nur konnte: Die Bäume, die schon auf dem Land standen, Johannisbrotbäume und Ölbäume, blieben stehen, und neu gepflanzt wurden mediterrane Arten, die wenig Wasser brauchten.

Jetzt such die Figur. Zwischen den Säulen ist eine als Frau gehauen, mit einem Bündel auf dem Kopf, eine Wäscherin, die das Werkzeug ihres Berufs trägt. Nach ihr ist der Portikus benannt. Um ihr Vorbild wird gestritten. Manche Fachleute meinen, Gaudí habe eine berühmte altägyptische Statuette im Louvre zitiert, die Opferträgerin. Wenn du hier stehst, verstehst du, warum.

Jetzt schau, wohin der Weg führt. Er verläuft oberhalb der alten Gärten der Casa Larrard, des Landhauses, das schon vor dem Park auf diesem Grund stand und das Güell 1907 zu seinem eigenen Wohnsitz machte. Er lebte dort bis zu seinem Tod 1918, und seit 1931 ist es eine Schule. Am anderen Ende geht der Portikus in eine Wendelrampe auf gedrehten Säulen über, die sich zum Haus hinunterwindet, dieselbe Konstruktionsidee, zum Korkenzieher gedreht.

Stell dich dicht an die Wäscherin und schau an ihrem Kopf vorbei nach oben. Sie trägt dasselbe Gewicht wie jede andere Säule in der Reihe.

Unabhängiger Guide · Chiaro

Richte Chiaro auf alles im Park Güell.

Fünf Stationen zeigen das Gerippe des Ortes; die Haut besteht aus unzähligen Fliesenscherben, Wasserspeiern mit Löwenköpfen, Viaduktsäulen und Dächern vor dem Himmel, und hinter jedem Stück stehen ein Erbauer und eine Geschichte. Richte die Chiaro-App auf ein Stück der Bank oder einen Pfeiler am Weg zu den Drei Kreuzen, und sie sagt dir, was vor dir steht, wer es gebaut hat und wann, und sie beantwortet deine Fragen, bis du weitergehst.

Was bedeuten die Wörter auf der Bank?Warum ist der Drache ein Abfluss?Welcher Pavillon gehörte dem Pförtner?

Bevor du gehst

01

Anreise

Der Haupteingang liegt am Carrer d'Olot in Barcelona, an der Südseite des Parks, und die erste Station hörst du dort vom Gehweg aus. Zum Hineingehen nennt der Park Ticketinhabern drei Eingänge: Carrer de Larrard, erreichbar über die Seitengasse am Ende von Carrer d'Olot und Carrer Marianao, auf derselben Seite des Parks wie die erste Station dieses Rundgangs; Carretera del Carmel 23, den er Besuchern mit eingeschränkter Mobilität empfiehlt; und die Avinguda del Santuari de Sant Josep de la Muntanya, wo eine Rolltreppe hinaufführt.

Metrolinie L3, die grüne Linie, bis Lesseps oder Vallcarca, von beiden etwa zwanzig Minuten zu Fuß; von Lesseps aus empfiehlt der Park den Rolltreppeneingang an der Avinguda del Santuari de Sant Josep de la Muntanya. Von Vallcarca rät er derzeit ab, weil die Rolltreppen an der Baixada de la Glòria außer Betrieb sind. Die Busse H6 und D40 halten an der Travessera de Dalt, etwa zehn Gehminuten entfernt; als Zugang empfiehlt der Park von dort die Rolltreppe am Santuari oder den Carrer de Larrard.

02

Tickets und Eintritt

  • Hinter dem Tor ist inzwischen alles ticketpflichtig: Das Ticket gilt für alle zwölf Hektar, Wälder und Aussichtspunkte eingeschlossen, frei ist nur die Straße davor. Tickets gelten für ein Zeitfenster, ab dessen Beginn du dreißig Minuten Zeit zum Hineingehen hast, und wer einmal hinausgeht, kommt nicht wieder hinein. Drache, Säulen, Portikus und Platz liegen zudem hinter einer zweiten Kontrolle, auf einem Rundweg mit fester Richtung.
  • Kauf auf der Website des Parks selbst. Tickets tragen deinen Namen, der mit deinem Ausweis übereinstimmen muss und am Eingang kontrolliert werden kann; gebucht wird bis zu drei Monate im Voraus, höchstens sieben Tickets auf einmal, und eine Buchung lässt sich bis zum Vortag umbuchen, aber nicht stornieren oder erstatten. Das allgemeine Ticket kostet 18 Euro, 13,50 Euro für Kinder von sieben bis zwölf Jahren und für Besucher über 65; Kinder bis sechs Jahre sind frei, brauchen aber trotzdem ein eigenes Ticket.
  • Der Park ist an jedem Tag des Jahres geöffnet. Die Besucherzeitfenster beginnen um 9.30 Uhr, das letzte startet um 19.30 Uhr; von 7 Uhr bis zum ersten Zeitfenster und dann wieder ab 20 Uhr gehört der Park den Anwohnern, und es gibt keine touristischen Besuche. Die offizielle Seite mit Preisen und Zeiten zeigt die Zeitfenster für dein Datum.
  • Zwei Dinge sind im Standardticket nicht enthalten: das Gaudí-Hausmuseum, für das du ein Kombiticket brauchst, und derzeit der Pavillon Casa del Guarda am Haupttor, der normalerweise dazugehört, aber vorübergehend wegen Instandhaltung geschlossen ist. Direkt vor dem Haupttor werden die Jardins de la Font del Carbó noch bis etwa Januar 2028 restauriert.
Offizielle Tickets →
03

Der offizielle Audioguide

Lade vor dem Besuch die kostenlose App des Parks herunter; sie zeigt, welche Bereiche am besten zugänglich sind und wie du hinkommst. Der Park bietet außerdem eigene Führungen an: rund fünfzig Minuten auf Katalanisch, Spanisch, Englisch oder Französisch für 17 Euro pro Person zusätzlich zum Eintritt, eine längere Führung für 29 Euro und private Führungen für 40 Euro pro Person, jeweils ebenfalls zusätzlich zum Ticket. Die fünf Stationen, die du hier liest, brauchen weder Download noch Buchung, haben ihr Skript unter jedem Player und beginnen auf der Straße, noch vor der Ticketkontrolle.

Offizielle Website →

Fragen

Gibt es einen kostenlosen Audioguide für den Park Güell?

Es gibt zwei kostenlose Möglichkeiten. Die fünf Stationen oben kosten nichts und laufen in jedem Browser, ohne Installation. Die offizielle App des Parks ist ebenfalls kostenlos, muss aber zuerst installiert werden. Nach der fünften Station fotografierst du einfach alles andere, von einer einzelnen Fliese bis zu einem Viadukt, und Chiaro erzählt dir, was dahintersteckt.

Kann ich den Park-Güell-Audioguide hören, bevor ich hineingehe?

Am Carrer d'Olot ja: Die erste Station ist dafür geschrieben, auf dem öffentlichen Gehweg vor dem Haupttor gehört zu werden. Die anderen vier liegen drinnen, und weil das Ticket inzwischen die ganzen zwölf Hektar abdeckt, Wälder eingeschlossen, brauchst du für alle vier eins.

Wie viel kostet der offizielle Audioguide des Park Güell?

Die App des Parks kostet beim Herunterladen nichts. Bezahlen lässt sich der Park für einen Menschen: Seine Führung kostet 17 Euro pro Person zusätzlich zum Eintritt und dauert etwa fünfzig Minuten, auf Katalanisch, Spanisch, Englisch oder Französisch. Eine längere Führung kostet 29 Euro, eine private 40 Euro pro Person, beide zusätzlich zum Ticket.

Welchen Eingang des Park Güell nehme ich für diesen Rundgang?

Fang am Carrer d'Olot an der Südseite an, wo die erste Station vor dem Haupttor läuft. Von dort ist der Eingang auf derselben Seite der Carrer de Larrard, den du über die Seitengasse am Ende von Carrer d'Olot und Carrer Marianao erreichst. Bei eingeschränkter Mobilität empfiehlt der Park stattdessen die Carretera del Carmel, und von der Metrostation Lesseps aus den Rolltreppeneingang an der Avinguda del Santuari de Sant Josep de la Muntanya.

Ist der Park Güell jeden Tag geöffnet?

Ja, das ganze Jahr über, ohne Ruhetag. Besuchertickets werden für Zeitfenster zwischen 9.30 Uhr morgens und 19.30 Uhr abends verkauft; die Stunden davor und danach gehören den Anwohnern. Nach Beginn deines Zeitfensters hast du dreißig Minuten, um hineinzugehen, und drinnen kannst du so lange bleiben, wie du willst.

Ist Gaudís Haus im Ticket für den Park Güell enthalten?

Nein. Für das Gaudí-Hausmuseum, in dem er von 1906 bis 1925 lebte, brauchst du ein Kombiticket. Die Casa del Guarda, der Pavillon neben dem Haupttor, ist normalerweise inbegriffen, aber vorübergehend wegen Instandhaltung geschlossen.

Weitere Audioguides

Erstellt von Chiaro. Keine Verbindung zur Verwaltung des Park Güell.