Schloss Chenonceau · Chenonceaux · Unabhängiger Guide
Audioguide für Schloss Chenonceau,
fünf Stationen, kostenlos.
Ein Ballsaal, 60 Meter lang und 6 breit, auf fünf Bögen mitten im Cher. Hör in fünf Stationen, wie er dorthin kam, und fotografiere dann jeden Kamin und jeden Wandteppich im Haus: Chiaro erzählt dir auch davon.
Erstellt von Chiaro. Keine Verbindung zur Verwaltung des Schlosses Chenonceau.
Die Platanenallee
Schloss Chenonceau, Chenonceaux
Das war der kostenlose Teil
Ein Foto genügt, und Chiaro erzählt dir von jedem Detail des Schlosses Chenonceau.
Die fünf Stationen · 12 Minuten Audio
Fünf Orte, ein Rundgang,
in der Reihenfolge, in der du gehst.
Ein Haus, von Frauen auf eine Mühle mitten im Fluss gebaut: Dieser Geschichte folgt der kostenlose Audioguide für Schloss Chenonceau, ganz auf eigene Faust, vom Eingang des Anwesens bis ans Wasser. Die erste Station spielst du am Eingang ab, mit Blick die Platanenallee entlang, die fast einen Kilometer weit auf den Cher zuläuft; die zweite wartet an ihrem Ende, im Vorhof neben dem Tour des Marques; drinnen durchquerst du das Erdgeschoss bis zum langen Flügel auf der Brücke und steigst dann die Treppe hinab zu den Küchen in den alten Mühlenpfeilern; und du kommst westlich des Hauses wieder heraus, im Garten der Katharina von Medici, vor der ganzen Westfassade. Rund 10 Minuten zum Zuhören und gut ein Kilometer zu Fuß, das meiste davon auf der Allee.
Preise, Öffnungszeiten und Hinweise zum Zugang stammen von chenonceau.com, der Website des Anwesens selbst, in der englischen und der französischen Fassung, Stand 1. Oktober 2026; die Geschichte haben wir mit den Geschichtsseiten des Anwesens und mit der Wikipedia in beiden Sprachen abgeglichen. Chenonceau ist ein Haus in Familienbesitz, das seine Ausstattung im Lauf des Jahres wechselt; vor Ort gelten deshalb das Personal und die Schilder des Schlosses vor dieser Seite. Sag uns, was anders war, und wir bessern es aus.
Shadowgate, CC BY 2.0, über Wikimedia Commons, zugeschnitten. Foto: Shadowgate
Station 1 von 5 · Am Eingang des Anwesens, bei Kasse und Shop, mit Blick die Allee entlang zum Schloss
Die Platanenallee
Platanen, gepflanzt für Graf René Vallet de Villeneuve (1777–1863) anstelle der Ulmen, die früher die Allee säumten; die beiden Sphingen aus dem achtzehnten Jahrhundert an ihrem Ende stammen aus dem Château de Chanteloup · Gepflanzt unter René de Villeneuve, Besitzer ab 1799 · Platanen in Doppelreihen entlang einer fast 1 km langen Allee
Achte auf
- Die beiden Reihen Platanenstämme, die vom Eingang aus fast einen Kilometer weit schnurgerade davonlaufen.
- Die Höhe des Blätterdachs. Diese Platanen ersetzten die Ulmen, die einst die Allee säumten, und wurden für René Vallet de Villeneuve gepflanzt, der das Schloss 1799 erbte.
Transkript (2:09)
Schau durch den Eingang, geradeaus die Allee hinunter, und lass sie einfach wirken. Zwei Reihen Platanen, schnurgerade, die fast einen Kilometer weit von dir weg auf den Fluss zulaufen. Ganz hinten ist das Schloss nur ein heller Umriss, und genau darum geht es bei so einer Allee: Das Haus wartet am Ende eines langen grünen Korridors und wird mit jedem Schritt größer.
Die Bäume sind jünger, als sie aussehen, jedenfalls verglichen mit dem Haus. Lange war diese Allee von Ulmen gesäumt. Die Platanen ließ René Vallet de Villeneuve setzen, ein Großneffe von Louise Dupin, der Chenonceau 1799 erbte und dessen Familie es fünfundsechzig Jahre lang behielt. Er brachte auch die beiden steinernen Sphingen hierher, an denen du am anderen Ende vorbeikommst: Stücke aus dem achtzehnten Jahrhundert vom Château de Chanteloup bei Amboise, dem einstigen Landsitz des Herzogs von Choiseul, der im neunzehnten Jahrhundert zerschlagen wurde.
Bevor du losgehst, nimm den Faden auf, der sich durch diesen ganzen Ort zieht. Die Schlossverwaltung beschreibt die eigene Geschichte als eine fast ununterbrochene Folge von Frauen, die das Schloss erbaut, verschönert, beschützt, restauriert und gerettet haben. Die Frau eines Finanziers leitete den Bau des Hauses. Die Mätresse eines Königs gab ihm eine Brücke über den Fluss. Eine Königin setzte eine Galerie auf diese Brücke und regierte Frankreich von einem kleinen Arbeitszimmer im Haus aus. Eine verwitwete Königin zog sich hier in ihre Trauer zurück. Eine Salonnière der Aufklärung brachte es heil durch die Revolution. Den meisten von ihnen begegnest du an den nächsten vier Stationen.
Auch die Männer, die es kauften, hatten ihre großen Momente. 1913 erwarb der Schokoladenfabrikant Henri Menier das Anwesen und schrieb seiner jungen Frau Thyra, hätte er Chenonceau nicht gekauft, dann hätte es einer jener Emporkömmlinge getan, die darin nur eine kindische Eitelkeit sahen. Fünf Monate später starb er, und sein Bruder Gaston erbte. Die Familie Menier besitzt es bis heute, und noch im selben Jahr öffnete sie es zum ersten Mal für Besucher. Heute gehen rund 850.000 Menschen im Jahr diese Allee entlang; damit ist Chenonceau das meistbesuchte private Baudenkmal Frankreichs.
Unterwegs liegt rechts von dir der Gutshof aus dem sechzehnten Jahrhundert. Links, auf einer Lichtung im Park, liegt das Labyrinth, das Katharina von Medici sich gewünscht hatte: zweitausend Eiben auf mehr als einem Hektar. Dahinter stehen steinerne Riesen, die einst das Schloss selbst schmückten, und wie sie draußen zwischen die Bäume geraten sind, erfährst du im Vorhof.
Elliott Brown from Birmingham, United Kingdom, CC BY 2.0, über Wikimedia Commons. Foto: Elliott Brown from Birmingham, United Kingdom
Station 2 von 5 · Der Vorhof vor der Nordseite des Schlosses, neben dem Tour des Marques
Der Tour des Marques
Bergfried der Burg der Familie Marques, ab 1432 für Jean II. Marques wiederaufgebaut; ab 1513 umgestaltet für Thomas Bohier (gest. 1524) und Katherine Briçonnet (gest. 1526) · Burg ab 1432 wiederaufgebaut; Turm ab 1513 umgestaltet · Stein und Schiefer: ein runder Bergfried mit Treppentürmchen auf der Plattform einer fast quadratischen Burg von etwa 50 auf 55 Metern, an drei Seiten von Gräben umgeben
Achte auf
- Das kleine Glockentürmchen auf dem Dach des Turms. Seine Glocke trägt die Jahreszahl 1513, das Jahr, in dem Bohiers Bau begann.
- Die weiße Steingaube und die Kreuzstockfenster, die Bohier in den alten Bergfried brechen ließ, über einer Brüstung auf kleinen Kragsteinen.
- Der Brunnen am Fuß des Turms, mit einer Chimäre und dem Doppeladler der Familie Marques auf seinem Rand.
Transkript (2:22)
Der runde Turm, der hier allein neben dir steht, ist das letzte Stück der Burg, die vor dem Schloss an dieser Stelle stand. Als alles um ihn herum abgetragen wurde, ließ man ihn mit Absicht stehen.
Im dreizehnten Jahrhundert gehörte dieses Land der Familie Marques. Eine Brücke gab es noch nicht; ihre Burg überwachte den Verkehr auf dem Fluss: Holz, Salz, Wein und Bausteine, die den Cher hinauf- und hinunterfuhren. Im Hundertjährigen Krieg übergab Jean Marques Chenonceau an englische Truppen, und als die Franzosen es 1411 zurückeroberten, brannten sie es bis auf die Grundmauern nieder. 1432 durfte Jean der Zweite Marques neu bauen, und er errichtete eine fast quadratische Festung auf einer erhöhten Plattform von etwa fünfzig auf fünfundfünfzig Metern, an drei Seiten von Gräben umgeben, an der vierten vom Fluss abgeschlossen, mit einem runden Turm an jeder Ecke. Auf dieser Plattform stehst du gerade. Dieser Turm war ihre Südwestecke, und er ist alles, was davon übrig ist.
Thomas Bohier, ein königlicher Finanzier aus Tours, stritt jahrelang vor Gericht mit den Erben der Marques und nahm das Gut im Februar 1512 in Besitz. Er ließ ihre Burg schleifen, behielt aber die Plattform als Vorhof, und er behielt diesen Turm und den Brunnen an seinem Fuß. Schau hinauf zum Dach. Bohier kleidete den alten Bergfried in die neue Mode der Renaissance, mit Kreuzstockfenstern, weißen Steingauben und dem kleinen Glockentürmchen obendrauf, dessen Glocke die Jahreszahl 1513 trägt. Und irgendwo am Turm ließ er drei Buchstaben einmeißeln, T, B und K, für Thomas Bohier und seine Frau, Katherine Briçonnet.
Merk dir ihren Namen. Die Schlossverwaltung datiert das neue Haus auf die Jahre 1513 bis 1517 und sagt, gebaut hätten es Bohier und vor allem seine Frau. Die französischen Historiker ergänzen, dass sie die Baustelle während seiner langen Abwesenheiten leitete. Das Haus entstand auf den steinernen Pfeilern der alten Mühle, jenseits der Stufen und der kleinen Brücke vor dir. Bohiers Wahlspruch, S'il vient à point, me souviendra, verspricht ungefähr: Wenn alles gut ausgeht, wird man sich an ihn erinnern. Stattdessen starb er 1524 in Italien, eine Rechnungsprüfung ergab danach, dass er sich an öffentlichen Geldern bedient hatte, und 1535 trat sein Sohn Chenonceau an König Franz den Ersten ab, um die Strafe zu begleichen.
Such den Brunnen neben dem Turm. Auf seinem Rand sind eine Chimäre und ein Doppeladler zu sehen, das Wappenzeichen der Familie Marques, noch immer eingemeißelt an der letzten Ecke ihrer Burg.
Und die steinernen Riesen beim Labyrinth? Ab 1866 restaurierte der Architekt Félix Roguet die Nordseite des Schlosses für dessen Besitzerin, Madame Pelouze, ließ die vier Karyatiden abnehmen, die Katharina von Medici hatte anbringen lassen, Herkules, Pallas, Apollo und Kybele, und schickte sie in den Park.
Peter Dutton from Forest Hills, Queens, USA, CC BY 2.0, über Wikimedia Commons. Foto: Peter Dutton from Forest Hills, Queens, USA
Station 3 von 5 · Erdgeschoss, am Ende der Eingangshalle, im Flügel, der den Cher überquert
Die Große Galerie über dem Cher
Brücke von Philibert de l'Orme (gest. 1570) für Diane de Poitiers, ausgeführt unter seinem Bruder Jean; Galerie von Jean Bullant (gest. 1578) mit dem Steinmetzmeister Denis Courtin für Katharina von Medici · Brücke 1556–1559; Galerie 1577 eingeweiht · Boden aus Tuffeau und Schiefer, Balkendecke; 60 m lang und 6 m breit, mit 18 Fenstern, auf einer Brücke mit fünf Rundbögen
Achte auf
- Der Boden: Felder aus hellem Tuffeau und dunklem Schiefer, über die vollen sechzig Meter.
- Der Kamin am anderen Ende. Er ist nur ein Zierrahmen um die Südtür, die zum anderen Ufer führt.
- Die runden Porträtmedaillons zwischen den Fenstern, im achtzehnten Jahrhundert angebracht.
- Wasser auf beiden Seiten, durch die achtzehn Fenster: Du stehst auf der Brücke von Philibert de l'Orme.
Transkript (2:46)
Stell dich an dieses Ende und schau die ganze Länge hinunter. Sechzig Meter Schachbrettboden, heller Tuffeau und dunkler Schiefer, sechs Meter breit, unter einer Decke aus schlichten Balken, und Licht fällt von beiden Seiten durch achtzehn Fenster. Und jetzt denk daran, wo du bist. Unter deinen Füßen ist Wasser, und Wasser liegt vor jedem Fenster, links wie rechts. Dieser Raum ist eine Brücke.
Zuerst kam die Brücke, und sie war das Werk von Diane de Poitiers, auch wenn die Idee älter war. Die Bohiers hatten 1517 die Erlaubnis bekommen, eine Brücke zum anderen Ufer zu bauen, und taten es nie. König Heinrich der Zweite schenkte Chenonceau seiner Mätresse Diane, und 1555 beauftragte sie Philibert de l'Orme, damals auf dem Höhepunkt der königlichen Gunst, den Fluss zu überspannen. Er entwarf fünf Rundbögen, etwas schmaler als das Haus und aus der Mitte versetzt, flussabwärts, und sein Bruder Jean baute sie zwischen 1556 und 1559. Heinrich ging nie hinüber. Im Juni 1559 wurde er bei einem Turnier in Paris tödlich verwundet, und kaum war er tot, setzte seine Witwe, Katharina von Medici, Diane aus Chenonceau hinaus und gab ihr im Tausch das Château de Chaumont.
Katharina hatte mit der Brücke Größeres vor. Ihr Architekt Jean Bullant setzte mit dem Steinmetzmeister Denis Courtin zwei Galerien darauf, eine über der anderen, bis zur vollen Höhe des Bohier-Hauses. Diese im Erdgeschoss war ihr Ballsaal, eingeweiht 1577 mit Festen für ihren Sohn Heinrich den Dritten. Gefeiert wurde in Chenonceau schon vorher: 1560, als ein anderer Sohn, Franz der Zweite, den Thron bestieg, sah das Schloss das erste Feuerwerk Frankreichs. Geh zum anderen Ende und sieh dir den großen Kamin an. Er ist ein Bluff. Er ist nur ein Zierrahmen um die Südtür, die sich zum anderen Flussufer öffnet.
Danach wurde die Galerie immer wieder gebraucht. In der Revolution blieb das Schloss verschont, so heißt es, weil es weit und breit die einzige Brücke über den Fluss war und zu nützlich, um es abzureißen. Im August 1914 machte Gaston Menier aus beiden Galerien ein Militärlazarett mit hundertzwanzig Betten, siebzig oben und fünfzig auf diesem Stockwerk, wo ein Operationssaal eingerichtet wurde. Der Staat bezahlte Ärzte und Pflegepersonal; Menier zahlte das Essen und jedes Stück der Einrichtung. Bis zum letzten Tag des Jahres 1918 wurden hier zweitausendzweihundertvierundfünfzig verwundete Soldaten behandelt, und die gemalten Verzierungen an diesen Wänden waren weiß übertüncht worden, weil die Armee Weiß für hygienischer hielt.
Dann kam der nächste Krieg. Von 1940 bis 1942 verlief die Demarkationslinie zwischen dem besetzten Frankreich und der sogenannten freien Zone mitten durch Chenonceau, auf jeder Seite ein Teil. Die Schlossverwaltung sagt, die Galerie über dem Fluss sei der einzige Weg in die freie Zone geworden, und die Familie Menier habe Menschen auf der Flucht vor den Nazis hinübergeholfen. Die Tür am anderen Ende, die im Kamin, der eigentlich kein Kamin ist, führte also aus einem Frankreich hinaus und in ein anderes hinein.
Die runden Porträtmedaillons zwischen den Fenstern kamen im achtzehnten Jahrhundert hinzu. Schau sie dir auf dem Weg an, wenn du magst, aber vor allem: Geh einfach langsam, alle sechzig Meter, mit dem Fluss unter dem Boden.
Shadowgate, CC BY 2.0, über Wikimedia Commons, zugeschnitten. Foto: Shadowgate
Station 4 von 5 · Untergeschoss, über die Treppe zwischen der Galerie und dem Schlafzimmer Franz' I. hinunter
Die Küchen in den Pfeilern
In die Pfeiler der alten Mühle eingebaut für Thomas Bohier (gest. 1524) und Katherine Briçonnet (gest. 1526); für das Lazarett von 1914–1918 neu ausgestattet · Ab 1513; Ausstattung 1914–1918 erneuert · Steinerne Rippengewölbe in den Mühlenpfeilern, unter einem fast quadratischen Haus von 22 auf 23 Metern
Achte auf
- Der Kamin, der größte im Schloss, unter dem Rippengewölbe des Anrichteraums.
- Die Gewölberippen, die aus den Wänden aufsteigen: Du bist im Inneren der steinernen Pfeiler der alten Mühle.
- Die Brücke zwischen dem Anrichteraum und der eigentlichen Küche, und die Haken der Metzgerei zum Aufhängen von Wild.
Transkript (1:57)
Die Treppe hinunter, und das Schloss wechselt den Charakter. Die Decken sind niedriger, die Gewölbe schwerer. Du bist jetzt unter dem Haus, im Inneren dessen, was es trägt.
Erinnere dich an die Mühle vom Vorhof. Hinter der Burg der Marques stand im Fluss eine Mühle auf zwei mächtigen Steinpfeilern, und als die Bohiers ihr neues Haus bauten, setzten sie es direkt auf diese Pfeiler. Die Schlossverwaltung sagt es ohne Umschweife: Das Hauptgebäude steht auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Mühle. Es ist ein fast quadratischer Block, zweiundzwanzig auf dreiundzwanzig Meter. Alles darüber, die Eingangshalle, die Schlafzimmer, der Anfang der Galerie, ruht auf einem einstigen Gewerbebau im Fluss. Und die Küchen füllen die Pfeiler selbst aus, eine ganze Folge von Räumen, die zusammen einen riesigen steinernen Sockel bilden.
Dieser niedrige Raum ist der Anrichteraum, auf Französisch das Office, von dem aus serviert wurde. Über ihm liegen zwei Rippengewölbe, und er hat den größten Kamin im Schloss. Tritt ein Stück zurück, und du verstehst, woher die Wärme des Hauses kam. Nebenan ist der Backofen. Weiter hinten versorgt der Anrichteraum den Speisesaal des Personals, die Vorratskammer und die Metzgerei, wo die Haken zum Aufhängen des Wildes und die Blöcke zum Zerlegen zu sehen sind. Zwischen Anrichteraum und eigentlicher Küche liegt eine Brücke. Das Schloss hat also nicht nur oben seine berühmte Brücke, sondern noch eine im Keller.
Halte Ausschau nach der Anlegestelle. Die Vorräte kamen per Boot und wurden direkt in die Küche entladen. Die Legende nennt die Stelle das Bad der Diane. Der Name gehört der Legende; gedient hat die Stelle der Anlieferung.
Vieles von dem, was du siehst, stammt gar nicht aus dem sechzehnten Jahrhundert. Die alte Ausstattung wurde im Ersten Weltkrieg durch moderne Geräte ersetzt, um das Lazarett oben in der Galerie zu versorgen, und schon bei der Restaurierung in den achtzehnhundertsechziger und -siebziger Jahren hatten die Räume neuen Putz und neue Böden bekommen.
Noch etwas über den Grund unter dir. Die Bögen des Schlosses ruhen auf Holzpfählen. Im Juni 2016 stieg der Hochwasser führende Cher über einen Großteil der Bögen. Drei Jahre später kam die Gefahr von der anderen Seite: In der Dürre von 2019 lagen diese Pfähle durch den sinkenden Fluss ungeschützt frei, und auf Anordnung des Präfekten wurde das Nadelwehr bei Civray-de-Touraine aufgestellt, damit die Fundamente dauerhaft unter Wasser bleiben.
Michal Osmenda from Brussels, Belgium, CC BY 2.0, über Wikimedia Commons. Foto: Michal Osmenda from Brussels, Belgium
Station 5 von 5 · Garten der Katharina von Medici, westlich des Schlosses, auf den Wegen gegenüber der Westfassade
Die Westfassade vom Garten der Katharina von Medici aus
Haus für Thomas Bohier und Katherine Briçonnet; Brücke von Philibert de l'Orme (gest. 1570); Galerie von Jean Bullant (gest. 1578); Garten angelegt für Katharina von Medici (1519–1589) · Haus ab 1513; Brücke 1556–1559; Galerie 1577; Garten ab den 1560er-Jahren · Tuffeau und Schiefer; die Galerie 60 m lang auf fünf Bögen; ein Garten von 5.500 m²
Achte auf
- Die fünf Bögen der Brücke von Philibert de l'Orme, und darauf die Galerie der Katharina von Medici, die bis ans andere Ufer reicht.
- Der Tour des Marques am linken Ende, das letzte Stück der Burg, die vor dem Schloss hier stand.
- Die Westfassade selbst: die Seite, die der Restaurator des neunzehnten Jahrhunderts fast unberührt ließ, bis auf den Balkon und die Fensterkreuze.
Transkript (2:18)
Dreh dich um und sieh von den Gartenwegen aus zum Schloss. Das ist die Westfassade, und von hier lässt sich der ganze Bau in einem einzigen Satz lesen. Links, am Nordende, steht für sich der Tour des Marques. Daneben Bohiers weißes Haus mit den Türmchen an den Ecken, draußen im Fluss auf seiner Mühle. Dann, nach rechts, die lange Galerie auf ihren fünf Bögen, die geradewegs über den Cher bis zum Wald am anderen Ufer schreitet.
Der Garten, in dem du stehst, gehörte Katharina von Medici; angelegt wurde er nach 1559, gleich flussabwärts der alten Terrasse der Marques. Die Schlossverwaltung gibt seine Fläche mit 5.500 Quadratmetern an, kleiner als Dianes Garten auf der anderen Seite des Hauses: fünf Rasenfelder um ein rundes Becken. Die Anordnung hat etwas genüsslich Boshaftes. Die beiden Rivalinnen bekamen am Ende je einen Garten, einen auf jeder Seite des Turms.
Diese Westfassade ist zugleich das ehrlichste Gesicht des Gebäudes. Als Félix Roguet das Schloss im neunzehnten Jahrhundert restaurierte, baute er die Nord- und die Ostseite stark um, diese hier aber veränderte er am wenigsten: nur den großen Balkon und die Fensterkreuze.
Katharina wollte weit mehr. Ein Stich, den Jacques Androuet du Cerceau 1579 veröffentlichte, zeigt ihren Plan: einen gewaltigen Palast, der sich wie eine Zange um die bestehenden Gebäude schließt. Am anderen Ufer wurde mit den Arbeiten begonnen und dann aufgehört, niemand weiß, warum, und noch heute ragen dort Verzahnungssteine aus dem Mauerwerk, die auf einen Pavillon warten, der nie kam.
Als Katharina im Januar 1589 starb, ging das Schloss an ihre Schwiegertochter Louise von Lothringen, und im August erfuhr Louise hier, dass ihr Mann, Heinrich der Dritte, ermordet worden war. Die folgenden elf Jahre verbrachte sie hier in Trauer, ganz in Weiß gekleidet, wie es von der Witwe eines französischen Königs erwartet wurde, und sie wurde als die Weiße Königin bekannt.
Später füllte sich das Haus mit Gesprächen. Claude Dupin kaufte es 1733, und der Salon seiner Frau Louise zog Voltaire, Montesquieu, Fontenelle und Buffon an. Ihr Sekretär war Jean-Jacques Rousseau, der sich in seinen Bekenntnissen daran erinnerte: Man musizierte, spielte Komödien, und er schrieb ein Gedicht mit dem Titel Die Allee der Sylvie, nach einem Weg im Park am Fluss.
Der Stein vor dir wurde erst vor wenigen Jahren restauriert. Zwischen 2009 und März 2012 wurden die Fassaden des Hauses und die Außenseite der Galerie instand gesetzt, mit einem achtundzwanzig Meter hohen Gerüst, das Taucher im Flussbett verankern mussten. Das kostete 4,8 Millionen Euro, und die Eigentümer trugen zwei Drittel davon. Diese saubere weiße Wand auf fünf Bögen im braunen Wasser ist das, was sie für ihr Geld bekommen haben.
Unabhängiger Guide · Chiaro
Richte Chiaro auf alles im Schloss Chenonceau.
Im Haus sind rund zwanzig Räume geöffnet, behängt mit Wandteppichen und mit Gemälden, die die Schlossverwaltung neben vielen anderen Malern von Rubens bis Murillo zuschreibt, und fünf Stationen kratzen davon nur an der Oberfläche. Nimm ein Porträt der Diane de Poitiers, ein verschlungenes Monogramm an einer Decke oder einen flämischen Wandteppich mit der Handykamera ins Bild, und Chiaro erklärt dir, wem es gehörte und warum es ausgerechnet in diesem Haus ist, und beantwortet danach jede weitere Frage.
Bevor du gehst
Anreise
Die Postanschrift lautet 37150 Chenonceaux, im Département Indre-et-Loire. Kasse und Shop liegen am Eingang des Anwesens, und in den Shop kommst du ohne Ticket; das Schloss steht am anderen Ende der Platanenallee. Die erste Station spielst du am Eingang ab, mit Blick die Allee entlang.
Chenonceaux hat einen eigenen Bahnhof, etwa 400 Meter von der Kasse entfernt und 25 Minuten von Tours mit dem TER-Regionalzug. Von Paris aus erreicht der TGV ab Montparnasse Saint-Pierre-des-Corps, den Bahnhof von Tours, in etwa einer Stunde. Mit dem Auto liegt das Schloss 214 km von Paris und 34 km von Tours entfernt, von Paris rund zwei Stunden über die A10, Ausfahrt Blois oder Amboise.
Tickets und Eintritt
- Die Zeiten, die die Schlossverwaltung veröffentlicht, sind Kassenzeiten, also der letzte Einlass: Das Schloss selbst schließt eine halbe Stunde später, die Gärten noch eine halbe Stunde danach. Vom 28. September bis 1. November 2026 ist die Kasse von 9 bis 17:30 Uhr geöffnet, vom 2. November bis 4. Dezember von 9:30 bis 16:30 Uhr, mit einigen längeren Tagen im Dezember; im Sommer sind die Zeiten länger, und der offizielle Kalender nennt jeden Zeitraum.
- An den Feiertagswochenenden, also Ostern, 1. Mai, 8. Mai, Christi Himmelfahrt und Pfingsten, ist eine Online-Buchung Pflicht. Außerhalb dieser Wochenenden hat die Schlossverwaltung 2024 feste Zeitfenster und Reservierungen abgeschafft; Tickets kannst du trotzdem vorab auf der offiziellen Website kaufen.
- Einzelpreise 2026, zuerst das Ticket mit Faltblatt, dann das mit Audioguide: Erwachsene 19 € und 24 €, über 65-Jährige und Studierende 16 € und 21 €, Kinder von sieben bis achtzehn Jahren 15 € und 20 €, Kinder unter sieben gratis. Inhaber eines Schwerbehindertenausweises haben freien Eintritt, eine Begleitperson zahlt 16 €.
- Eine feste Rampe führt ins Schloss, und Rollstühle kannst du gegen Vorlage eines Ausweises kostenlos ausleihen. Bei großem Andrang dürfen Kinderwagen unter Umständen nicht ins Schloss, eine Babytrage ist also die sicherere Wahl; Hunde sind an der Leine in den Gärten willkommen, kleine Hunde müssen drinnen getragen werden.
Der offizielle Audioguide
Zu jedem Ticket für Chenonceau gehört eine Art Guide. Der normale Eintritt enthält ein gedrucktes Faltblatt; die Variante mit dem Audioguide der Schlossverwaltung, den du vor Ort abholst, kostet 5 € mehr, sodass Erwachsene 24 € statt 19 € zahlen und Kinder von 7 bis 18 Jahren 20 € statt 15 €, während Kinder unter sieben mit dem Faltblatt gratis hineinkommen und keinen Audioguide angeboten bekommen. Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität bietet die Schlossverwaltung außerdem eine Videoführung durch jeden Raum. Diese fünf Aufnahmen stehen kostenlos neben alledem, beginnen am Tor des Anwesens und zeigen unter jedem Player ihr Skript, für die Momente, in denen der Cher lauter ist als deine Kopfhörer.
Offizielle Website →Fragen
Gibt es einen kostenlosen Audioguide für Schloss Chenonceau?
Ja, genau diese Seite. Fünf aufgenommene Orte, vom Eingang des Anwesens bis zum Garten der Katharina von Medici, kosten hier nichts, brauchen nur einen Browser und haben das vollständige Skript gleich darunter. Der eigene Audioguide der Schlossverwaltung ist nicht kostenlos; er schlägt 5 € auf den Eintrittspreis auf. Über diese fünf hinaus fotografierst du mit Chiaro jedes Gemälde, jeden Kamin und jede Decke und hörst auch dazu die Geschichte.
Kann ich den Audioguide für Schloss Chenonceau ohne Ticket hören?
Die Aufnahmen laufen überall, und die erste ist für den Eingang des Anwesens gedacht, noch vor dem Einlass, mit Blick die Platanenallee entlang. Vorhof, Haus, Küchen und Gärten liegen alle innerhalb des Anwesens, für die anderen vier brauchst du also Eintritt, und der kostet 2026 für Erwachsene mit gedrucktem Faltblatt 19 €.
Was kostet der offizielle Audioguide von Schloss Chenonceau?
Er steckt im Ticketpreis und wird nicht einzeln verkauft: Ein Erwachsenenticket mit Audioguide kostet 24 € gegenüber 19 € mit Faltblatt, das Gerät kostet also 5 € mehr. Über 65-Jährige und Studierende zahlen damit 21 €, Kinder von sieben bis achtzehn 20 €, und Kinder unter sieben bekommen keinen. Einzelbesucher holen ihn vor Ort ab.
Ist Chenonceau am ersten Weihnachtstag und an Neujahr geöffnet?
Ja. Laut Schlossverwaltung sind Schloss und Gärten an jedem Tag des Jahres geöffnet, und im Kalender für 2026 ist die Kasse vom 19. bis 25. Dezember von 9:30 bis 18 Uhr besetzt. Die angegebenen Zeiten sind der letzte Einlass; das Schloss schließt eine halbe Stunde später.
Wo beginnt der Audioguide für Schloss Chenonceau?
Am Eingang des Anwesens, bei Kasse und Shop, mit Blick die Platanenallee hinunter. Die zweite Station liegt am anderen Ende der Allee, im Vorhof neben dem runden Tour des Marques, und von dort geht es ins Haus.
Wo ist die Galerie über dem Cher in Chenonceau?
Im Erdgeschoss, am Ende der Eingangshalle: Das Haus öffnet sich direkt in sie hinein. Es ist der 60 Meter lange Ballsaal, den Katharina von Medici auf der Brücke von Philibert de l'Orme bauen ließ, 6 Meter breit, mit 18 Fenstern, und er ist die dritte Station auf dieser Seite.
Weitere Audioguides
Erstellt von Chiaro. Keine Verbindung zur Verwaltung des Schlosses Chenonceau.